Gegen Verschwörungsmythen und Antisemitismus – Rede der JAB vom 10.10.2020

Wir dokumentieren hier den Redebeitrag der Jungen Antifa Bonn (JAB) bei der Kundgebung des Bonner Bündnis gegen Rechts gegen die Querdenken Kundgebung im Bonner Hofgarten vom 10.10.2020

Gegen Verschwörungsmythen und Antisemitismus

Hallo zusammen! Schön, dass ihr alle hier seid!

Da drüben haben sich heute Menschen, rund um die bonner Ortsgruppe von „Querdenken“ versammelt. Querdenken ist eine Initiative, die sich in den letzten Monaten gegründet hat, um gegen die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der COVID-19 Pandemie zu kämpfen. Unter anderem haben sie die Demonstrationen in Berlin organisiert und dazu aufgerufen. Im Zuge einer der von ihnen organisierten Demonstratinoen kam es abseits zum zuvor im Internet von Rechtsradikalen angekündigten sogenannten „Sturm auf den Reichstag“. Dass besonders in Berlin zahlreiche Rechtsradikale mit demonstrierten, dürfte allgemein bekannt sein. Das zeigt eindrücklich, wie anschlussfähig Veranstaltungen wie diese (!) für Rechte sind. In unserem Redebeitrag wollen wir dies ein bisschen ausführlicher beleuchten.

Auf den ersten Blick mag man nicht meinen, dass Menschen, die durchgängig „Frieden“ und „Liebe“ propagieren eine Gefahr für ein solidarisches Miteinander darstellen. Weiterlesen

Keine Plattform für Nazis und Verschwörungstheoren!

Ein Bericht vom Demonstrationsgeschehen in Bonn, Münsterplatz, 09. Mai 2020

Auch in Bonn haben sich gestern, dem 09. Mai 2020 Menschen versammelt, um gegen die Maßnahmen gegen die Coronapandemie zu demonstrieren. Es handelte sich hierbei um ca. 80-100 Personen, die sich unter anderem am Hofgarten und am Marktplatz versammelten und anschließend auf dem Münsterplatz eine ursprünglich von der Bonner Fridays for Future Ortsgruppe angemeldeten Kundgebung aneigneten. Ob dies in Einvernehmlichkeit mit den Klimaaktivist*innen geschah, ist zu bezweifeln. Die Polizei und das Ordnungsamt waren mit jeweils einem Fahrzeug vor Ort und schienen keineswegs intervenieren zu wollen. Generell war die Stimmung angespannt und chaotisch. Erkennbar waren unter anderem selbsternannte Reichsbürger*innen, Verschwörungstheoretiker*innen à la Impfgegner*innen und junge Aktivist*innen mit Schildern, die Worte wie „Demokratie statt Diktatur“ und „Merkel muss weg!“ schmückten; auch zur sogenannten „Widerstand 2020 Partei“ bekannten sich einige der Anwesenden. Zusätzlich waren mehrere offenkundig Rechtsradikale anwesend, welche durch einschlägige Symbole auf ihrer Kleidung auffielen. Innerhalb der wirschen Kundgebung dieser seltsam zusammengewürfelten Konstellation an Menschen wurden unter anderem laute „Wir sind das Volk!“-Rufe, sowie die deutsche Nationalhymne angestimmt. In der gesammten Versammlungsdauer von circa zwei Stunden wurde sich von den Demonstrant*innen an keinerlei Infektionsschutzmaßnahmen, wie den Mindestabstand, gehalten.

Dass diese Versammlung stattfand war natürlich kein Zufall. Bundesweit folgten mehrere Tausend Menschen den Aufrufen von Verschwörungstheoretikern und Antisemiten wie Attila Hildmann und Ken Jebsen. Auch in anderen Städten wurden die Proteste zu einem Sammelbecken für Verschwörungstheoretiker*innen aller Art, auch von Neonazis wurde sich nicht auf diesen Demonstrationen distanziert. Die Vertreter*innen des rechtsradikalen Spektrums waren in einigen Städten in größeren Zahlen präsent und traten aggressiv auf, unter anderem in Dortmund (siehe Presseerklärung der Autonomen Antifa 170) und Berlin. Jedoch reichte das Spektrum der Anwesenden von gewaltbereiten Nazihools über meditierende Esoteriker*innen bis hin zu Anhänger*innen der Friedensbewegung.

Jede Person, die sich mit den gestern stattgefundendenen und auch in den nächsten Tagen und vermutlich Wochen stattfindenden Demonstrationen gegen die Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID-19 befasst, sollte sich also genau anschauen, welche Gruppierungen dort gemeinsam demonstrieren. Klar erkennbare Neonazis und rechte Verschwörungstheoretiker*innen werden geduldet und können so diese Veranstaltungen als Plattform für ihre menschenverachtende Propaganda benutzen. Auch wenn nicht alle der gestern in Bonn anwesenden Personen dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen sind, haben sich die Demonstrant*innen mit „Wir sind das Volk!“ Rufen klar erkennbar in die Tradition der von 2014 bis heute andauernden PEGIDA Demonstrationen gestellt. Die Dynamik, die von diesen, in Zukunft vermutlich noch häufiger stattfindenden, Versammlungen ausgeht, ist unserer Meinung nach nicht zu unterschätzen. Wir halten diese für gefährlich, besonders unter Betrachtung der dort anwesenden Gruppierungen. Damit solche Veranstaltungen nicht weiter eskalieren, wie dies gestern bereits passiert ist, sollten die Vertreter*innen klar benannt werden. Ihnen sollte keinerlei Plattform für ihre gefährlichen Inhalte geboten werden.

Wir sind uns durchaus dessen bewusst, dass es in Zeiten wie diesen schwierig ist, sich der klassischen Protestmittel zu bedienen. Dass es dennoch, wenn auch anders, möglich ist, zeigen Beispiele aus Göttingen und Münster des gestrigen Tages. Auch wir werden die Situation mindestens weiterhin im Auge behalten.

Stay safe!

Demo gegen rechte Gewalt!

Anlässlich der Anschläge in Halle und Zülpich!

Freitag, 11. Oktober um 17:00 Uhr, Friedensplatz

Am Mittwoch beging ein Täter in Halle einen Anschlag auf eine Synagoge sowie einen Imbiss. Kurz danach ereignet sich ein Schuss auf eine Geflüchtetenunterkunft in Zülpich, 30 Kilometer außerhalb von Bonn.
Seit 1990 werden knapp zweihundert Todesopfer gezählt, die der Rechtsextremismus gefordert hat. In dieser ganzen Zeit wurde die Gefahr, die von Rassenhass und Antisemitismus ausgeht, kleingeredet und unterschätzt. Selbst als die Terrororganisation NSU ans Licht der Öffentlichkeit kam, hat dies nicht zu einem entschlossenen Vorgehen gegen Rechte Gewalt geführt.
Die Anschläge in Zülpich und Halle sind nicht die ersten und geschehen im Zeichen des Rechtsrucks in unserer Gesellschaft. Dagegen gilt es, zusammen auf die Straße zu gehen!

Wir fordern, dass Politik und Behörden diese und alle anderen rechtsextremen Gewalttaten und Terrorakte restlos aufklären! Weiterhin fordern wir Gerechtigkeit für die Opfer und Betroffenen dieser Verbrechen.
Daher findet am Freitag, den 11. Oktober um 17 Uhr am Friedensplatz eine Kundgebung mit Demonstration statt. Wir rufen Dich dazu auf Deine Solidarität und Mitgefühl mit uns auf die Straße zu tragen!

AUFGRUND DER DRINGLICHKEIT UND KURZFRISTIGEN PLANUNG BITTEN WIR UM SCHNELLE VERBREITUNG, AUCH AN EURE FREUND*INNEN UND FAMILIE!

AIKB im Oktober als Antifa-Cafe um 17 Uhr im Kult 41


Logo AIKBDie Antifaschistische Infokneipe Bonn findet im Oktober als Antifa-Cafe im Kult 41 im Rahmen der Bazooka (linkes Kneipeprojekt von 1989-99) Festtage statt und präsentiert eine Zeitreise durch 3 Jahrzehnte antifaschistischen Widerstand in Bonn. Begleitend dazu auch die Ausstellung „Geschichten und Geschichte – Bazooka 1989 bis 1999“, die noch bis zum 12.10. zu besichtigen ist.

Bereits in den 80er Jahren schlossen sich in Bonn Menschen zusammen, um gemeinsam den erstarkenden Neonazi-Strukturen etwas entgegenzusetzen. Als Reaktion auf den Wiedervereinigungstaumel 1989 fanden sich immer mehr, die Nationalismus und Faschismus den Kampf ansagen wollten. Aus einer Bewegung heraus bildeten sich organisierte politische Strukturen und über den Antinazikampf hinaus entstanden unterschiedliche Arbeitsfelder. Neben der Erinnerung an den Nationalsozialismus waren dies der Kampf gegen Repression, Internationalismus, Bündnisarbeit und die Schaffung bundesweiter antifaschistischer Zusammenhänge. Bis heute ist die Antifa in Bonn stets präsent.
Ein Zeitzeugenbericht durch 30 Jahre bewegte Antifa-Geschichte.
Antifa-Cafe am Sa. den 5.10.2019 um 17h im Kult41, Hochstadenring 41.
Im Anschluss Konzert mit den Mad Mullahs.

Was tun nach den Wahlen im Osten?

Logo AIKBAntifa Info-Kneipe Bonn lädt ein zur Diskussion
Samstag 07. Sept.2019, 19 Uhr
Alte VHS, Kasernenstr. 50, Bonn

Der Osten hat gewählt. Eine Partei, die sich zwischen spießiger Deutschtümelei und Nationalsozialismus bewegt, zieht mit über 25% der Wählerstimmen in zwei Landtage ein. Auch wenn die AfD nicht an einer Landesregierung beteiligt wird, stehen insbesondere linken Projekten harte Zeiten bevor.

Wir wollen in dieser Info-Kneipe über die Konsequenzen aus den Wahlen in Sachsen und Brandenburg diskutieren. Wie können wir konkret linke, antifaschistische Projekte unterstützen? Eine Gelegenheit, um die Diskussion fortzuführen, bietet sich vom 4.-6. Oktober 2019 auf dem 4. Antifaschistischen Jungendkongress in Chemnitz.

Nie wieder Kaltland!

Das Phantasma vom Gender-Wahn – antifeministische Verschwörungsideologien

ScreenshotDienstag 03.09.2019, 19 Uhr
Alte VHS, Kasernenstr. 50, Bonn

Ob Staatsfeminismus, Frühsexualisierung von Kindern oder die angebliche Subventionierung der „Homo-Lobby“, all dies führt in den Augen von AntifeministInnen dazu, an die geplante Vernichtung des Männlichen zu glauben und sich in ihrer Existenz bedroht zu fühlen. Antifeminismus und Heterosexismus kann neben Rassismus als thematisch wichtige Klammer definiert werden, die extrem Rechte bis Konservative miteinander verbindet. Das Phantasma von der gefährdeten weiß-deutschen Heterofamilie taugt zu einer spektrenübergreifenden Mobilisierung. Familie ist hier natürlich nicht gleich Familie. So stellt es zum Beispiel für die Zivile Koalition scheinbar keinen Widerspruch dar, den Schutz der Familie einerseits zum höchsten Gut zu erheben und andererseits gemeinsam mit der offen rechten Freien Welt für die Petition Familiennachzug stoppen! zu werben.

Wir wollen einen Blick auf verschwörungstheoretische Elemente in antifeministischen Diskursen der sogenannten Neuen Rechten werfen, deutlich machen, wie sie über diese Themen eine Vernetzung zum Beispiel mit christlich-fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnnen schaffen und über welche Publikationen und Plattformen sie ihre Ideologien verbreiten und welche personellen und inhaltlichen Überschneidungen diese Gruppierungen aufweisen. Außerdem wollen wir uns damit beschäftigen, wie Strategien gegen antifeministische Bündnisse aussehen können.
Dienstag 03.09.2019, 19 Uhr, Alte VHS, Kasernenstr. 50, Bonn

Antifa Sommerfest

Kommt zu unserem Antifa Sommerfest am 31. August 2019 ab 16 Uhr in der Alten VHS, Kasernenstr. 50, Bonn.

Wir beginnen ab 16 Uhr mit Essen, Trinken, Ausstellung und mehr im Hof. Danach gibts es Musik von Punk bis Techno. Genaueres Programm bald hier.

Spätestens seit dem Überfall von Neonazis auf Punks am Bonner Kaiserplatz 1984 gibt es organisierte Antifastrukturen in Bonn. Alles in Allem blicken wir also auf 35 Jahre Antifa in Bonn zurück – und das sogar preisgekrönt, denn der Oscar-Romero-Preis 2019 wurde dieses Jahr an Jugend Rettet und die Antifa Bonn/Rhein-Sieg verliehen. Sommefest

Für einen nazifreien 1. Mai in Duisburg!

Die neonazistische Kleinstpartei ‚Die Rechte‘ mobilisiert am 1. Mai 2019 zu einer Kundgebung in Duisburg. Ihr Ziel ist es, den im letzten Jahr gegründeten Kreisverband von ‚Die Rechte‘ in Duisburg stärken.

RiseUpSowohl das Duisburger Jugendbündnis RiseUp als auch Duisburg stellt sich quer rufen für den 1. Mai 2019 zur Blockade auf:
Nazis blockieren sich nicht allein!

Deswegen fahren wir am 1. Mai 2019 nach Duisburg. Gemeinsamen Anreise aus Bonn nach Duisbug ist:
TREFFPUNKT
Mittwoch, 01.05. | 9:45 | Gleis 2, Bonn Hauptbahnhof

Mehr Infos zu dem Tag gibt es u.a. hier.

‚Die Rechte‘ instrumentalisiert den 1. Mai, um den vor ihr vorgegaukelten sozialen Kampf in der Öffentlichkeit zu zeigen. Duisburg hat mit 11% die höchste Arbeitslosenquote im Ruhrgebiet nach Gelsenkirchen und ist in den Augen der Nazipartei ‚Die Rechte‘ ein potenziell wichtiger Brückenkopf im Ruhrgebiet. Der Strukturwandel und der Niedergang von Kohle- und Stahlindustrie wird von den Nazis thematisiert: Kapitalismuskritik ist natürlich eingeschränkt auf die angebliche Weltverschwörung des Judentums und die sogenannte Umvolkung Deutschlands.

Der harte Kern von ‚Die Rechte‘ umfasst in Duisburg etwa 15 Personen. die ihre Wurzeln im Umfeld der NPD und in freien Kameradschaften haben. Es gibt informelle Verbindungen zur Hooliganszene, Pegida NRW und den Identitären.

KEINE RÄUME FÜR DIE AfD – Protest gegen die AfD Veranstaltung im Haus der Bildung!

Am 03.05. will die AfD im Haus der Bildung in der Bonner Innenstatdt eine EU-Wahlkampfveranstaltung abhalten. Wir sagen: Rassismus und Nationalismus sind keine Alternativen!

Kommt und protestiert mit uns gegen die AfD!
Am 03.05. um 17:30 Uhr
Münsterstraße / Ecke Poststraße Bonn

BBGRSiehe auch Aufruf vom Bonner Bündnis gegen Rechts
www.bonn-gegen-rechts.de

Pogrome verhindern bevor sie geschehen – Kaltland nicht aufgeben

Auf nach Chemnitz am 1. Juni 2019

Ende August 2018 wüteten eine Woche lang Rechte offen auf den Straße in Chemnitz. Die Hetzjagden von Chemnitz beschäftigten über Wochen die deutsche und internationale Politik und Öffentlichkeit. Rassistische Hetzjagden wie im August 2018 sind keine Einzelfälle. In Deutschland vergeht kein Tag ohne Angriffe auf Menschen, die laut Neonazis, AfDlern und Wutbürgern hier kein Existenzrecht habe.

SolifotoWo Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen vorherrscht und Vorurteile das Meinungsbild bestimmen, wird antifaschistischer Widerstand zur Pflicht. Kaltland wird nicht aufgegeben. Es gibt tausend gute Gründe, an Brennpunkten rechter Mobilisierung zu protestieren: Pogrome verhindern bevor sie geschehen und praktische Solidarität mit Betroffenen rechter Gewalt.

Fahrt mit uns zusammen am 1. Juni 19 nach Chemnitz, um gegen den bundesweiten Naziaufmarsch „Tag der deutschen Zukunft“ zu protestieren. Wir organisieren eine Busanreise dorthin. Tickets gibt es bei Veranstaltungen der AOBN und im Buchladen Le Sabot.

Weitere Infos gibt es bei unserer
Mobi-Veranstaltung am 16. Mai um 19 Uhr in der Alten VHS, Kasernenstr. 50, Bonn.

Einen ausführlicheren Aufruf gibt es bei der Antifa Bonn/Rhein-Sieg.