Gemeinsam gegen die „Vaterlandsverräter“: Türkische NationalistInnen von AKP bis MHP

Vortrag & Diskussion mit Ismail Küpeli, Politikwissenschaftler und Historiker über die Verbindungslinien und Widersrpüche des türkischen Nationalismus

Sonntag, 21. Mai | 17:00 Uhr | Deutsch-Kurdisches Kulturhaus e.V, Bornheimerstr. 88, 53111 Bonn

Gemeinsam gegen die „Vaterlandsverräter“: Türkische NationalistInnen von
AKP bis MHP

Seit Gründung der Türkischen Republik konnten die Herrschenden darauf setzen mit der Hetze gegen vermeintliche „Vaterlandsverräter“ und „Separatisten“ den hegemonialen rechten Block in der türkischen Bevölkerung hinter sich zu sammeln. Dies ist eine Konstante der türkischen Geschichte und nicht etwas, worauf nur Erdogan und die AKP zurückgegriffen hätten. Aber auch die aktuellen Entwicklungen in der Türkei seit 2015 (Krieg gegen die kurdische Bevölkerung und die Etablierung des autokratischen Präsidialsystems) lassen sich ohne die Wirkmächtigkeit des türkischen Nationalismus nicht erklären.

  • Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Zwischen Parlamentarismus & Terrorismus – Die Rechte in Europa“ statt.
  • Organisiert von der Antifaschistischen Organisation Bonn – AO [BN] und der Kulturgruppe Erinnern und Gedenken
  • Unterstützt durch das Kulturreferat des AStA der Uni Bonn

Kein Platz für die AFD in Köln!

Rauchsäulen überschatten Köln, marodierende Banden ziehen durch die Stadt und ein niedergebranntes Maritim schmückt den Heumarkt, so hatte sich die Polizei den AfD-Bundesparteitag am 22.4 in Köln vorgestellt. Auch die Presse übernahm diese Panikmache vorbehaltlos. Anstatt sich mit den Positionen des Bündnisses „Solidarität statt Hetze“ auseinanderzusetzen, wurden einige Postings mit Gewaltaufrufen dazu genutzt die Blockaden und die Demonstration im Vorfeld zu diskreditieren. Statt marodierender Banden gab es mehrere friedliche aber entschlossene Blockaden mit etwa 3000 (NIKA) und eine Demonstration mit etwa 20000 (NIKA) Teilnehmer_innen, bestehend mehrheitlich aus organisierten Antifaschist_innen, sowie Parteien und bürgerlichen Initiativen.

Schon am frühen Morgen begaben sich Antifaschist_innen zu ihren Blockadepunkten. Dort wurden AfD‘ler_innen aufgehalten, indem ihnen unter anderem mit Sitzblockaden der Zugang zum Parteitag versperrt wurde. Dies hielt jedoch meist nicht lange an, da die Polizei den Weg frei knüppelte.
Während dieser Aktionen kam es immer wieder zu unverhältnismäßigen und unnötigen Provokationen durch Polizeikräfte, wie beispielsweise mit Polizeipferden in Menschenmengen hinein zu reiten, dem Versuch, Demonstrant_innen Transparente zu entreißen, oder einzelne Personen ohne ersichtlichen Anlass zu kontrollieren. Trotzdem ging von den Demonstrant_innen keine Gewalt aus und es gelang die Blockadepunkte solange wie geplant zu halten.
Anschließend wurden diese aufgeräumt und aufgegeben und man bewegte sich geschlossen zur Demonstration von „Solidarität statt Hetze“. Die Demonstration verlief friedlich und bis auf kleinere Unterbrechungen reibungslos.

Von Seiten vieler Medien wurde dies jedoch anders dargestellt. Es gab Berichte über zerbrochene Scheiben, brennende Autos und Hetzjagden auf AfD‘ler_innen. In dieser Stimmung wurde aus einem Fahnenstab zunächst eine Holzlatte und dann eine Metallstange (taz). Dass es sich im Allgemeinen um eine Übertreibung einzelner Vorfälle handelte, musste sogar der Kölner Stadtanzeiger im Nachhinein feststellen. Schlagzeilen wie „Köln befindet sich ab sofort im Ausnahmezustand“ und Warnungen vor „den Linksextremisten des schwarzen Blocks“ wurden zu „Gastronomen und Händler beklagen „Panikmache““.

Dabei war der Plan von Anfang an friedlich mit Blockaden und Demonstrationen den AfD-Bundesparteitag zum Desaster zu machen, was uns auch in großen Teilen gelungen ist. Es war von vornherein klar, dass ein großer Teil der Delegierten im Maritim Hotel übernachtet und deren Anreise somit nicht verhindert werden kann, die Anreise der restlichen Delegierten konnte jedoch verzögert und teils sogar komplett verhindert werden. An allen Veranstaltungen gegen den AfD-Parteitag beteiligten sich insgesamt 30-40.000 Menschen (NIKA), womit dies die größten Protestaktionen gegen die AfD seit ihrer Gründung waren. Aufgrund dessen ist dieser Tag daher als Erfolg gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck und die Politik der AfD zu werten.

Es gilt in Zukunft weiterhin gegen die AfD und Konsorten auf die Straße zu gehen. Der Erfolg in Köln hat bewiesen, dass es möglich ist viele Menschen gegen die AfD auf die Straße zu bringen und auch die Blockaden trugen ihren Teil dazu bei. So hat die AfD eine für den 1. Mai angemeldete Veranstaltung in Düsseldorf mit Verweis auf die Proteste in Köln abgesagt.

Für uns heißt es weiterhin:
Nationalismus und sonstiges rechtes Gedankengut sind keine Alternative!
Protest gegen die AfD und ihren Wahlkampf sind wichtiger denn je!
No Pasaran!

Antifaschistische Organisation Bonn gegründet

Auf der heutigen Demonstration zum 1. Mai in Bonn haben wir unserer neu gegründete Organisation erstmalig öffentlich präsentiert. Mit einem eigenen Hoch-Transparent und vielen neuen Flyern und Aufklebern wurde den Anwesenden unser Anliegen näher gebracht, was große positive Resonanz sowie interessierte Gespräche hervorgerufen hat.

Im folgenden dokumentieren wir die kurze Gruppenvorstellung aus unserem Flyer:

Die aktuelle politische Situation ist in vielerlei Hinsicht keine gute: zutiefst reaktionäres, rassistisches, nationalistisches, antifeministisches und völkisches Denken ist nicht nur wieder öffentlich sagbar geworden, sondern hat auch seinen Weg in die Parlamente gefunden. Vermeintlich große interne Differenzen stehen dem Erfolg der Neuen Rechten nicht im Wege. Denn diese schafft es auch dort, wo ihre Vertreter*innen nicht selber in den Parlamenten sitzen, den gesellschaftlichen Diskurs nach rechts zu verschieben.
Doch dieses Gedankengut ist nicht neu und auch kein Ausstoß einer kleinen, verwirrten Minderheit. Es ist fester Teil der bürgerlichen Gesellschaft, welches in der gegenwärtigen Neuorganisation der Rechten „nur“ eine Zuspitzung erfährt.

Diesen veränderten Zuständen kann nicht mit bisherigen Mitteln und Strukturen begegnet werden. Deshalb haben wir uns auf der Suche nach einem neuen Rahmen der Organisation dazu entschlossen, die drei Gruppen „Adelante Antifaschistische Linke Bonn“, „Antifa Bonn/Rhein-Sieg“ und „JAB – Junge Antifa Bonn“ unter einem Dach neu zu organisieren.
In Form dieser neuen Organisation wollen wir gemeinsam auftreten und agieren, ohne dass die Eigenständigkeit der Gruppen hierbei verloren geht.

Jetzt neu und noch besser:

AO [BN] – Antifaschistische Organisation Bonn

Libertäre 1.Mai Demo in Bonn

Auch dieses Jahr wird es wieder einen Libertären 1.Mai in Bonn geben, der von diversen Gruppen aus dem Raum Köln/Bonn organisiert wird.

Beginn der Demo ist um 14 Uhr am Kaiserplatz. Anschließend wird es ab 16 Uhr wieder ein Straßenfest auf dem Frankenbadplatz in der Altstadt geben.

ASJ Bonn
about:fem
Anarchistisches Kollektiv Köln
JAB – Junge Antifa Bonn
Liste undogmatischer StudentInnen – LUST
LIZ Bonn
Refugees Welcome Bonn e.V.