Erfolgreiche Demo gegen rechte Burschenschaft und IB

Mit über 200 Leuten haben wir heute Abend in Bonn Gegen die Vernetzung rechter Strukturen demonstriert!

Konkret richtete sich die Demonstration gegen die rechtsradikale Bonner Burschenschaft der Raczeks und die bundesweit agierende neofaschistische „Identitäre Bewegung“ (IB). Diese beiden Organisationen wollten sich bei einem Vortrag im Burschenschaftshaus in der Südstadt über den Aufbau einer faschistischen Jugendbewegung austauschen.

Auf der Demonstration der Antifaschistischen Organisation Bonn und Bonn Stellt Sich Quer bildeten wir gemeinsam mit der Antifaschistischen Gruppe CGN, dem Antifa AK Köln, dem Anarchistisches Kollektiv Köln, der Linksjugend [’solid] Bonn und der Grünen Jugend Bonn einen lautstarken linksradikalen Block.

Unseren Redebeitrag über die vergangene und aktuelle Notwendigkeit antifaschistischer Politik findet ihr hier.

Danke an alle Menschen, die dabei waren!
Alerta Antifascista!

Die Notwendigkeit antifaschistischer Kämpfe

Wir dokumentieren unseren Redebeitrag von der heutigen Demonstration gegen die Vernetzung rechter Strukturen über die vergangene und aktuelle Notwendigkeit antifaschistischer Politik:

Danke an alle, die hier und heute mit uns gemeinsam gegen den Versuch einer Vernetzung zwischen der extrem rechten Burschenschaft der Raczeks und der neurechten Identitären Bewegung demonstrieren.

Auch demonstrieren wir heute gegen die autoritäre Formierung – das internationale Wiedererwachen der Idee einer homogenen Nation, die Idee einer überlegenden Kultur oder Rasse.

Konkret demonstrieren wir gegen den Faschismus des 21. Jahrhunderts – in all seinen Formen und ideologischen Erscheinungen. Ob es sich nun um den Faschismus der White Supremacy in den USA handelt, um den religiösen Faschismus des IS oder den Faschismus anderer Islamisten, sie alle – auch die Identitären – teilen den Gedanken eines traditionell, kulturell oder religiös bestimmten Kollektivs, dass durch schadhafte äußere Kräfte bedroht sei.

Für die einen liegt diese Schadhaftigkeit in der herbei halluzinierten Gefahr für die eigene ethnische Identität – also Rasse – für die anderen in der Gefahr für die religiöse Moral. Verortet wird diese Kraft in Ideen und Handlungen, die uns allen ein hohes Maß an persönlicher Freiheit und Lebenslust garantieren und ihre Idee eines reinen und autoritären Kollektiv angreifen. Die Ideen einer sozialen Gesellschaft, die anders sein garantiert, sexuelle Freiheiten zu lässt und in der Kritik des Bestehenden keine Nestbeschmutzung mehr darstellt.

Die Faschisten des 21. Jahrhunderts sind gegen diese Gesellschaft, also sind wir gegen sie, wenn wir uns als Freunde einer solchen Gesellschaft verstehen.

Diese Gesellschaft von der wir sprechen ist noch nicht da, aber in der vorhandene bürgerlichen Gesellschaft gibt es bereits Freiheiten und Rechte, die uns ein Maß an Glück und Freizügigkeit zu gestehen, diese müssen verteidigt und allen zugänglich gemacht werden.

Verteidigt werden müssen diese Ideen und Freiheiten nicht nur gegen Faschisten der Identitären Bewegung oder geistig dem IS nahestehenden Islamisten, sondern auch gegen Akteur*innen der autoritären Formierung, welche sich selbst noch als Teil der sogenannten Mitte der Gesellschaft verstehen. Weiterlesen

13.12: Gegen die Vernetzung rechter Strukturen

Wir stellen uns quer! Gemeinsam gegen die Vernetzung rechter Strukturen!

Am 13.12 findet im Haus der Bonner Burschenschaft der Raczeks eine besorgniserregende Veranstaltung statt:

Ein Vortrag zum „Aufbau einer Jugendbewegung“, Referent ist Andreas Karsten von Kontra Kultur Halle, dem Hausprojekt der Identitären Bewegung (IB) in Halle (Saale).

Die ultrarechte Burschenschaft der Raczeks ist bekannt durch Forderungen wie beispielsweise nach dem Verbot der Aufnahme von Studenten in die Deutsche Burschenschaft, die „nicht dem deutschen Stamm“ angehören („Ariernachweis“). Außerdem sind diverse Mitglieder in rechter parlamentarischer sowie außerparlamentarischer Politik der Gegenwart und Vergangenheit in Erscheinung getreten – von AfD-Landesvorsitzenden bis zu Mitgliedern des rechtsterroristischen AB Mittelrhein und der 1995 verbotenen FAP. Die Identitäre Bewegung ist ein zwar personell noch kleiner, aber wirkmächtiger Teil der außerparlamentarischen Neuen Rechten und ist gerade dabei, sich in der BRD als Institution des hippen rechten „Befreiungskampfs“ zu etablieren.

Das Treffen am 13.12 hat dabei für beide Seiten strategisches Potenial:

Die IB braucht neue Standbeine und Unterstützer in der BRD, die Raczeks suchen Wege zu noch mehr politischem Einfluss.

Wir aber werden ein solches Treffen nicht stillschweigend hinnehmen oder tatenlos zusehen, wie sich rechte Kader vernetzen und ihre Strukturen ausbauen, um ihre Ideologie in die Gesellschaft und auf die Straße zu tragen.

Daher rufen wir euch auf, am 13.12. um 18.30 Uhr zum Hofgarten vor der Uni Bonn zu kommen, um gemeinsam ein entschiedenes Zeichen gegen Rassist*innen zu setzen!

NRW goes Hannover

Am 2.12. aus NRW nach Hannover – Den AfD-Bundesparteitag verhindern!

Verschiedene Bündnisse rufen dazu auf, den Protest gegen den Bundesparteitag am Wochenende in Hannover auf die Straße zu tragen. Wir unterstützen dies und rufen dazu auf, sich an den verschiedenen Protesten in Hannover zu beteiligen.

Aus Köln gibt es dazu zwei Anreisemöglichkeiten, welche wir euch hier nachfolgend darstellen:

Busse aus Köln von NIKA NRW zu den Aktionen von Nationalismus ist keine Alternative:
https://www.facebook.com/nika.nrw/posts/286363628435055

Aufruf dazu: Wer schweigt stimmt zu!

Infoveranstaltung & Kartenverkauf: 29. 11 | 19:00 Uhr | AZ Köln (FB Link)


Busse aus Köln von Köln gegen Rechts zu den Blockaden der Interventionistische Linken:
https://www.facebook.com/Koeln.gegen.Rechts/photos/a.1556874144530295.1073741828.1546588135558896/1943290295888676/

Infoveranstaltung & Kartenverkauf: 28.11 | 19:00 Uhr | Alte Feuerwache (FB Link)

Opfermythos Remagen zerstören!

Treffpunkt in Bonn: 9:40 Uhr \\ Gleis 1 \\ Bonn HBF

Am 18. November wollen sich – zum neunten Mal in Folge – Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik in Remagen versammeln, um ihre besonders deutsche Variante der Geschichtsverklärung auf die Straße zu tragen. Das Bündnis „NS-Verherrlichung Stoppen!“ ruft dazu auf, nach Remagen zu kommen und den Faschist*innen einen kreativen und vielfältigen Protest entgegenzusetzen.

Tanzdemo: Opfermythos Remagen zerstören!

Wie jedes Jahr soll anhand der „Rheinwiesenlager“ der deutsche Opfermythos am Leben erhalten werden, während man Nationalsozialismus, Shoah und andere Verbrechen der Deutschen ausklammert, glorifiziert oder leugnet. Ähnlich wie bei der Bombardierung Dresdens wird von einem „Alliierten Kriegsverbrechen“ gesprochen und dabei die Schuld Deutschlands an Krieg und Holocaust relativiert.
Bis heute ist der Aufmarsch in Remagen ein wichtiges Datum für die Speerspitze der Neonaziszene in Deutschland: Alle zentralen Figuren des Aufmarsches sind seit Jahren militant aktiv und in rechtsterroristischen Kreisen bestens vernetzt. Gerade nach dem Scheitern des Prozess gegen die Organisatoren des 2012 verbotenen „Aktionsbüro (AB) Mittelrhein“, ist diese Szene wieder gestärkt. Gleichzeitig bemüht sich die AfD, die Wehrmacht von ihren Verbrechen freizusprechen, die Soldaten NS-Deutschlands zu Helden zu stilisieren und einen Wechsel in der „dämlichen Bewältigungspolitik“ einzufordern, womit sie die geschichtsrevisionistische Position der aufmarschierenden Nazis wieder mehrheitsfähig macht.

Aber während die Faschist*innen um ihre vermeintlichen Opfer trauern, feiern wir dieses Jahr – in einer etwas anderen Form – das mit der Besatzung der Rheinwiesen verbundene Ende ihres Vernichtungsfeldzugs und machen ihren Trauermarsch somit zur Farce.

Denn gerade jetzt, wo den deutsch-autoritären Sehnsüchten wieder nachgekommen wird und der rechte Rand die Parlamente zurückerobert, ist es umso notwendiger zu zeigen, dass dem geschichtsverklärenden Gedankengut keine Bühne geboten werden darf!

Kommt am 18. November mit uns in Remagen auf die Straße, um den Neonazis ihre Grenzen aufzuzeigen!

AIKB: Soziale Netzwerke, Bewegungen und Populismus.

Die Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche bringt uns nicht nur überall und jederzeit verfügbare Katzenvideos – Neben allerlei
Annehmlichkeiten, die sie uns bringt, verändert sie Gesellschaften, deren Vernetzungen, die Kommunikation unter Individuuen und die Zurichtung dieser Individuen durch die Gesellschaft.

Dass soziale Medien eine nicht zu verachtende Rolle im politischen Geschehen eingenommen haben, ist nicht mehr zu übersehen. Als Beispiele seien an dieser Stelle Propagandaaktionen der Alt-Right-Bewegung in Nordamerika bzw. der „Neuen Rechten“ und der Identiären Bewegung in Europa sowie gezielte Manipulation des Daten- und Informationsflusses als Teil rechter Wahlkampfbestrebungen, genannt.

Wie werden also soziale Medien durch verschiedene Akteur*innen genutzt?
Was bedeutet das für verschiedene politische Akteur*innen?
Welche Möglichkeiten und Gefahren bieten die Entwicklungen für eine radikale Linke?

Diese Fragen möchten wir mit euch bei der nächsten Antifa-info-Kneipe in Bonn diskutieren. Wir treffen uns am Samstag, den 4 November um 19:00 Uhr im Buchladen Le Sabot (Breite Str. 76, 53111 Bonn) und beginnen mit einem Vortrag von Max Schnetker* zu Sozialen Netzwerken und Populismus, um dann anschließend in die Diskussion einzusteigen.

*Max Schnetker beschäftigt sich u.a. mit den Auswirkungen der
Digitalisierung auf Gesellschaft und ist Teil der Redaktion Tsveyfl –
Dissensorientierte Zeitschrift. Dort veröffentlichte er zuletzt auch
einen Artikel zum Thema Herrschaft & soziale Medien (Herrschaft in Zeiten sozialer Medien)

Klare Kante gegen Rassismus und Rechtspopulismus – Auch in den eigenen Reihen!

Wir unterstützten die Erklärung gegen nationalistische und rassistische Tendenzen innerhalb der Linkspartei:

„Liebe Abgeordnete der LINKEN,

wir haben in den letzten Jahren bei verschiedensten Projekten, in zahlreichen Kampagnen und in vielen Mobilisierungen mit VerteterInnen der LINKEN zusammengearbeitet. Sei es gegen die AfD und andere Nazis, sei es gegen Atomkraft, Kohle und andere Klimakiller, gegen die Krisen- und Griechenlandpolitik, TTIP oder die G20, für Feminismus und gegen das Patriarchat, gegen Rüstungsexporte, tödliche Außengrenzen und Asylrechtsverschärfungen, gegen explodierende Mieten und für solidarische Städte. Das ging und geht selten ohne Reibung.

Aber die wiederholten Äußerungen der bisherigen Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Bundestag, Sahra Wagenknecht, stellen den antirassistischen Grundkonsens einer pluralen Linken in Frage. Sie sind für uns längst mehr als ein Ärgernis. Denn wenn sich Nationalismus und die faktische Ablehnung der Gleichheit aller Menschen ausgerechnet in den Äußerungen derjenigen wiederfinden, die eine linke Partei repräsentieren, dann schwächt das die gesellschaftliche Linke insgesamt. Mehr noch: Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die für Solidarität und gegen rechte Hetze auf die Straße gehen.

Die Linkspartei erlebt aktuell einen Zuwachs an Mitglieder – trotz und gerade wegen der Formierung eines rechten Blocks. Auch wir auf der Straße und in den Initiativen werden mehr und halten daran fest, jetzt den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern vielmehr unsere Bemühungen zu verstärken. Die Aufgaben sind groß, aber das Engagement vieler Menschen in sozialen Bewegungen ist es auch. Die Frage ist für uns nur: Ist die LINKE als eine linke Kraft dabei?

Wir sehen es eigentlich nicht als unsere Aufgabe, Auseinandersetzungen innerhalb von Parteien zu kommentieren – Partei und Bewegung sind unterschiedliche Handlungsfelder und bleiben es. Auch soziale Bewegungen und Initiativen sind selten einer Meinung, aber in einem sind wir uns einig: Wir wollen eine LINKE, die – jetzt erst Recht – antirassistisch agiert und sich dabei offensiv an die Seite all derjenigen stellt, die unter der neoliberalen Entrechtung leiden. Und dazu gehören selbstverständlich alle, egal woher sie kommen und egal wie lange sie schon hier leben.

Wir rufen euch daher auf, endlich Klarheit zu schaffen und gerade jetzt deutlich zu machen: Die LINKE zeigt klare Kante gegen Rassismus und Rechtspopulismus, in der Gesellschaft – und in den eigenen Reihen.

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25. Jahrestag Rostock-Lichtenhagen

Eine Woche lang, vom 22. bis zum 26. August 1992, griffen mehrere hundert junge Neonazis aus ganz Deutschland die Flüchtlingsunterkunft und ein von vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen bewohntes Haus im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. Unterstützt wurde der Mob von über tausend „ganz normalen“ Deutschen. Die Polizei griff kaum ein und hinderte Gegendemonstrant*innen bis zum Ort des Geschehens zu kommen. Es handelt sich um das massivste rassistische Pogrom der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Wo ward ihr in Rostock?
schrien Antifas nach dem Pogrom in Rostock 1992 der Polizei entgegen. Selbst der Polizei hatten wir nicht zugetraut, dass sie tatenlos zusieht, wie ein bürgerlicher und faschistischer Mob ein Haus mit vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen anzündet. Die Erlebnisse rund um Rostock haben uns geprägt, wir wollten nicht Zuschauer*innen bei der rassistischen Hatz auf Flüchtlinge sein.

Deswegen sind unsere Erinnerungen subjektiv und emotional. Schließlich konnten und können wir diese Zeit nicht vergessen – sie hat uns geprägt und ist auch heute noch immer wieder Ansporn unserer Arbeit und Motivation, andere antifaschistische Gruppen in ihrer notwendigen Arbeit aktiv zu unterstützen.

Seit 1990 sind ca. 180 Menschen aufgrund rassistischer oder antisemitischer Gewalt getötet worden. Neben diesen offensichtlichen Barbereien von (Neo)Nazis, war aber auch die unerträgliche politische Situation ein Grund, uns zu wehren. Der aufkeimende Nationalismus der 90er Jahre und das „wir sind wieder wer“ Gehabe mit Reichskriegsflaggen auf öffentlichen Plätzen und in Stadien, zeigte die Stimmung der Bevölkerung. Die bürgerlichen Medien übernahmen Symboliken und Inhalte von rechtsaußen Parteien und in der Jugendzeitung Bravo gab es einen Reichskriegsflaggenaufkleber… Der Faschismus war in der Mitte der Gesellschaft angekommen und das hielten wir nicht aus. Wir mussten etwas tun.

Wir waren nicht vorbereitet auf diese Situation, aber es fanden sich auch Andere, die mitmachen und dem Unerträglichen eine Ende setzen wollten. Es waren sehr unterschiedliche Menschen, die wir kennengelernt haben, die Flüchtlingen geholfen haben, Nachtwachen in Flüchtlingsheimen übernommen haben oder einfach mal Zivilcourage gezeigt haben, weil sie es nicht mehr aushielten – Christen, Ausländerkids, aber auch der ein oder andere Spießbürger, der sich diesen nazistischen Wahnsinn nicht gefallen lassen wollte. Aber insbesondere auch die Flüchtlinge wehrten sich gegen die Angriffe. Dies waren die beindruckenden Momente in der antifaschistischen Selbsthilfe. Aus ihren Ländern vor politischer Verfolgung geflohen, wehrten sie sich massiv gegen den braunen Mob.

Diese Gesellschaft hat viel verdrängt und eine Aufarbeitung hat es nie gegeben. Die Brandstifter*innen von damals sind zum Teil immer noch in rechten Organisationen aktiv. Die geistigen Brandstifter*innen aus Politik und Wirtschaft sitzen in hohen Ämtern, werden geehrt und gefeiert, als hätte es das Alles niemals gegeben.

Dies ist eine Motivation, unsere Erlebnisse, unser Wissen und unsere Gefühle weiterzugeben. Schmerzlich haben wir gemerkt, wie diese Zeit uns geprägt hat. Und genauso hat diese Zeit alle von uns geprägt, die diese Geschehnisse nicht selber mitbekommen, sondern nur vielfach davon berichtet bekommen haben. Für uns wird es Zeit, Verantwortung zu übernehmen.

Remembering means fighting.
Erinnern heißt, den Kampf fortzuführen.

Antifa Bonn/Rhein-Sieg, August 2017
organisiert in der Antifaschistischen Organisation Bonn – AO [BN]

23.08.2017: NWDO-Verbot selber machen!

Am 23. August 2012 wurde die Dortmunder Nazi-Kameradschaft Nationaler Widerstand Dortmund (NWDO) durch das NRW-Innenministerium verboten. Nach dem Verbot haben die Nazis sich schnell als Ortsverband der Partei Die Rechte neu organisiert. Fünf Jahre nach dem NWDO-Verbot sind Dortmunder Nazis weiterhin für alles aktiv, was einer vernünftig eingerichteten Gesellschaft, wie wir sie uns wünschen, im Wege steht: rassistische Hetze gegen Migrant*innen, Antisemitismus, eine nationalistische Wendung der sozialen Frage, Sexismus und Mackertum, homo- und transfeindliche Kackscheiße, Geschichtsrevisionismus, etc. Fünf Jahre nach dem NWDO-Verbot gehen Dortmunder Nazis weiterhin auch mit Gewalt gegen alle vor, die nicht in ihr Weltbild passen und/oder gegen sie aktiv werden.
Verbote rechter Organisationen reichen nicht aus. Eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit rechten Positionen und Strukturen ist erforderlich. Dabei geht es nicht nur um organisierte Neonazis, sondern auch um den Rechtsruck in der Gesellschaft. Wir nutzen den Jahrestag des NWDO-Verbots, um auf das weiterhin bestehende Naziproblem in Dortmund aufmerksam zu machen und den Nazis auf der Straße entgegen zu treten. Antifaschismus ist keine Aufgabe nur für Innenminister*innen, sondern immer noch Handarbeit: NWDO-Verbot selber machen!
Treffpunkt:
23. August 2017, 18.30 Uhr, Kampstraße/Ecke Katharinenstraße, Dortmund

Mobifoto

Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!

Aufgrund der massiven Polizeigewalt und Einschränkungen der Versammlungsfreiheit beim G20-Gipfel in Hamburg wurden, von uns und anderen Personen und Gruppen, heute in der Bonner Innenstadt Flyer verteilt um auf die unzumutbaren Zustände aufmerksam zu machen. Folgend ist der Flyertext angehängt:


Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!

In der vergangenen Woche begannen die Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg. Annähernd jeder Versuch des Protests wurde und wird von der Polizei massiv angegriffen.
Sei es, dass sie das angemeldete und gerichtlich genehmigte Protestcamp im Aufbau behinderte und dessen TeilnehmerInnen schikanierte. Sei es, dass sie HamburgerInnen, die friedlich und ausgelassen zusammen kamen, mit Wasserwerfern und Knüppeln auseinander trieb.
Sei es, dass sie die antikapitalistische Großdemonstration von Beginn an blockierte und ohne (vernünftigen) Grund angriff, wobei sie schwere Verletzungen von TeilnehmerInnen und einer Vielzahl von BeobachterInnen und JournalistInnen nicht nur in Kauf nahm, sondern bewusst herbeiführte.

Nun ist es aber so, dass eine Gesellschaft, die für sich beansprucht, eine freiheitliche zu sein, von Vielfalt und Teilhabe an der Öffentlichkeit lebt. Sie muss Protest vertragen und an ihm wachsen können.

Ein Staat wiederum, der sich dieser Gesellschaft verpflichtet hat und sich wissentlich und stolz von den Unterdrückern und Tyrannen dieser Welt abzugrenzen sucht, muss Grundrechte sichern und gewähren. Dazu gehört ein Recht auf freie Meinungsäußerung, darauf unbequem zu sein und zu protestieren. Ein Recht auf körperliche Unversehrtheit für jene, die sich gegen Ungerechtigkeit stellen ebenso, wie für die, die ein kritisches Auge aufs Geschehen richten.

Es darf nicht geschehen, dass Menschen in ihrer Freiheit beschnitten werden, weil durch ihr bloßes Dasein die Gefahr besteht, dass sie von ihren Grundrechten Gebrauch machen.
Es darf nicht geschehen, dass diejenigen, die Kritik äußern, sich mit KritikerInnen solidarisieren, oder nur dessen verdächtigt werden, unter Generalverdacht gestellt werden.
Sie werden zu FeindInnen, gegen die alle zur Verfügung stehenden Mittel, jede Gewalt, eingesetzt werden dürfen und denen jegliche menschliche Behandlung versagt wird.
Es darf nicht geschehen, dass die Exekutive dieses Staates Gewalt ausübt und sich außerhalb genau des Rechtsstaates bewegt, dessen Vertreterin sie doch sein sollte, um die Wirklichkeit zu bekämpfen und den Versuch zu unternehmen, sie mit aller Brutalität zu ihrem Vorteil zu verändern.
Wo also ein Staat und seine Handlanger auf diese Weise agieren, treten sie die Freiheit mit Füßen!

Damit muss Schluss sein!
Die Freiheit der Kritik und die Unversehrtheit des Einzelnen muss erkämpft und bewahrt werden – von jedem und jeder!

Für Solidarität mit den Opfern von Polizeigewalt – ob in Hamburg, oder dem Rest der Welt!

Antifaschistische Organisation Bonn – AO [BN]

7. Juli 2017