Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!

Aufgrund der massiven Polizeigewalt und Einschränkungen der Versammlungsfreiheit beim G20-Gipfel in Hamburg wurden, von uns und anderen Personen und Gruppen, heute in der Bonner Innenstadt Flyer verteilt um auf die unzumutbaren Zustände aufmerksam zu machen. Folgend ist der Flyertext angehängt:


Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!

In der vergangenen Woche begannen die Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg. Annähernd jeder Versuch des Protests wurde und wird von der Polizei massiv angegriffen.
Sei es, dass sie das angemeldete und gerichtlich genehmigte Protestcamp im Aufbau behinderte und dessen TeilnehmerInnen schikanierte. Sei es, dass sie HamburgerInnen, die friedlich und ausgelassen zusammen kamen, mit Wasserwerfern und Knüppeln auseinander trieb.
Sei es, dass sie die antikapitalistische Großdemonstration von Beginn an blockierte und ohne (vernünftigen) Grund angriff, wobei sie schwere Verletzungen von TeilnehmerInnen und einer Vielzahl von BeobachterInnen und JournalistInnen nicht nur in Kauf nahm, sondern bewusst herbeiführte.

Nun ist es aber so, dass eine Gesellschaft, die für sich beansprucht, eine freiheitliche zu sein, von Vielfalt und Teilhabe an der Öffentlichkeit lebt. Sie muss Protest vertragen und an ihm wachsen können.

Ein Staat wiederum, der sich dieser Gesellschaft verpflichtet hat und sich wissentlich und stolz von den Unterdrückern und Tyrannen dieser Welt abzugrenzen sucht, muss Grundrechte sichern und gewähren. Dazu gehört ein Recht auf freie Meinungsäußerung, darauf unbequem zu sein und zu protestieren. Ein Recht auf körperliche Unversehrtheit für jene, die sich gegen Ungerechtigkeit stellen ebenso, wie für die, die ein kritisches Auge aufs Geschehen richten.

Es darf nicht geschehen, dass Menschen in ihrer Freiheit beschnitten werden, weil durch ihr bloßes Dasein die Gefahr besteht, dass sie von ihren Grundrechten Gebrauch machen.
Es darf nicht geschehen, dass diejenigen, die Kritik äußern, sich mit KritikerInnen solidarisieren, oder nur dessen verdächtigt werden, unter Generalverdacht gestellt werden.
Sie werden zu FeindInnen, gegen die alle zur Verfügung stehenden Mittel, jede Gewalt, eingesetzt werden dürfen und denen jegliche menschliche Behandlung versagt wird.
Es darf nicht geschehen, dass die Exekutive dieses Staates Gewalt ausübt und sich außerhalb genau des Rechtsstaates bewegt, dessen Vertreterin sie doch sein sollte, um die Wirklichkeit zu bekämpfen und den Versuch zu unternehmen, sie mit aller Brutalität zu ihrem Vorteil zu verändern.
Wo also ein Staat und seine Handlanger auf diese Weise agieren, treten sie die Freiheit mit Füßen!

Damit muss Schluss sein!
Die Freiheit der Kritik und die Unversehrtheit des Einzelnen muss erkämpft und bewahrt werden – von jedem und jeder!

Für Solidarität mit den Opfern von Polizeigewalt – ob in Hamburg, oder dem Rest der Welt!

Antifaschistische Organisation Bonn – AO [BN]

7. Juli 2017

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>