Keine Solidarität mit der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck!

Anlässlich des neunzigsten Geburtstags der mehrfach verurteilten Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck, welche momentan in der JVA Bielefeld einsitzt (Volksverhetzung), ruft das rechtsradikale Bündnis „Freiheit für Ursula Haverbeck“ zu einer Großdemonstration auf. Angemeldet ist diese ab 13:00 Uhr ab Bielefeld Hbf.

Das Bündnis „Bielefeld stellt sich quer“ organisiert eine Gegendemonstration. Aus Bonn wird es einen Buss nach Bielefeld geben, Tickets werden in Kürze Im Buchladen LeSabot in der Breite Str. 76 in Bonn erhältlich sein. Weitere Infos in Kürze auf Facebook und Twitter unter #bi1011

Haverbeck, welche inzwischen eine Symbolfigur der radikalen Rechten ist,
war selbst im Bund deutscher Mädel. Ihr Ehemann war in der Reichsleitung des NS-Studentenbundes tätig. Auch nach dem NS widmete sie ihr Leben der Verherrlichung des Nationalsozialismus, indem sie den Holocaust relativierte und leugnete. Öfters ist sie als Referentin auf geschichtsrevisionistischen und neonazistischen Veranstaltungen geladen. Im Rahmen dieser und in Artikeln gab sie folgendes von sich:
• Der Holocaust sei die „nachhaltigste Lüge der Geschichte“
• Der damaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden drohte sie mit einem neuen Pogrom und empfahl ihr in ihr „Ursprungsland in Inner-Asien zurückzukehren“

Das Bündnis „Freiheit für Ursula Haverbeck“ ist ein Sammelbecken für faschistische bzw. neonazistische Gruppierungen, u.A. die Organisatoren der TddZ-Kampagne¹, die Partei „Die Rechte“, Junge Nationaldemokraten² und das Magazin „NS Heute“ sind beteiligt. Schon im Mai diesen Jahres fand in Bielefeld ein Naziaufmarsch mit etwa 350 Teilnehmenden statt. Diese konnten innerhalb von nur drei Tagen mobilisiert werden. Da schon seit geraumer Zeit zur Demonstration am 10.11. aufgerufen wird, steht zu befürchten, dass im November deutlich mehr Nazis, Geschichtsrevisionist*innen und Verschwörungstheoretiker*innen aus ganz Deutschland auflaufen werden. Üblicherweise agieren diese Spektren in der Öffentlichkeit nicht zusammen. Am 10.11. allerdings treffen sie sich und verfolgen ein gemeinsames Ziel: Verherrlichung des NS-Regimes und die Rehabilitierung Deutschlands von dessen historischer Schuld an der Vernichtung der europäischen Jüd*innen.
Zusätzlich jähren sich in der Nacht vom 9.11. auf den 10.11. die Novemberpogrome, im Zuge derer hunderte jüdische Menschen getötet und vertrieben wurden. Über tausend Synagogen sowie zahlreiche jüdische Geschäfte und Friedhöfe wurde von Nazis zerstört. Diese Pogrome leiteten auch die Deportation der deutschen Jüd*innen ein.
Dass der Antisemitismus in Deutschland nicht tot ist, beweisen auch jüngste Ereignisse in Deutschland. In Chemnitz herrschte Anfang September nicht nur eine pogromartige Stimmung gegen Migrant*innen, am 03.09.18 bewarfen Unbekannte – vermutlich rechtsextreme – das jüdische Restaurant „Shalom“ in Chemnitz mit Steinen und riefen „Judensau, hau ab aus Deutschland“. Diese Tat macht mehr als deutlich, dass nicht nur Rassismus sondern auch Antisemitismus immer noch ein Problem ist. Schlimmer – in Chemnitz löste sich die Trennlinie zwischen Neonazis und Bürger*innen die sich selbst nicht als Nazis verstehen. Sog. „Asylkritiker*innen“ artikulierten ihren Hass auf Migrant*innen neben Neonazis die von der Polizei unbehelligt den Hitlergruß zeigten. Aktuell rücken also nicht nur Neonazis und Geschichtsrevisionist*innen zusammen; die extreme Rechte dringt allgemein tiefer in die Gesellschaft.
Haverbeck und Neonazis sind auch nicht die Einzigen die den Holocaust leugnen oder relativieren, innerhalb der AfD befinden sich sowohl Leugner des Holocaust, als auch solche die diesen relativieren. Alexander Gauland bezeichnete „Hitler und die Nazis“ folglich auch den Holocaust als „Vogelschuss“ der deutschen Geschichte. Die AfD und die Neonazis haben etwas gemeinsam, zB. versuchen sie über die Relativierung oder die Leugnung des Holocaust rechtes und faschistisches
Gedankengut weiter anschlussfähig zu machen.

Deshalb wird es von antifaschistischer Seite verschiedene Aktionen geben. Diese haben das Ziel der Selbstinszenierung der Neonazis an diesem historischen Datum entgegenzuwirken. Weitere Infos werden in Kürze auf Facebook und Twitter bekanntgegeben. #bi1011
Zudem organisiert das Bündnis „Bielefeld stellt sich quer“ eine Gegendemonstration. Auch wir als AOBN werden uns an den Gegenprotesten beteiligen und organisieren einen Bus. Tickets werden in Kürze Im Buchladen LeSabot in der Breite Str. 76 in Bonn erhältlich sein.
Wir sehen uns auf der Straße! Keine Solidarität mit Holocaustleugnerinnen, keinen Fußbreit den Faschisten!

1: Jährlich stattfindendes Vernetzungstreffen der radikalen Rechten (u.A. rechte Terrorvereinigungen wie „Combat 18“)
2: Jugendorganisation der NPD

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>