Kategorie: Allgemein

Rheinland goes Goslar – Keinen Tag der deutschen Zukunft!

Am 2.6.2018 wollen sich in Goslar Neonazis aus ganz Deutschland und darüber hinaus unter dem Motto „Tag der deutschen Zukunft – Unser Signal gegen Überfremdung“ versammeln, um ihre menschenverachtende Ideologie auf die Straße zu tragen. Bereits zum 10. Mal rufen ost- und westdeutsche Neonazis zum jährlichen Tag der deutschen Zukunft (TddZ) auf, eine Kampagne die mit der Demonstration im Juni in einer ausgewählten Stadt ihren Abschluss findet. Unser klares Ziel ist es den TddZ in Goslar zu verhindern!

Keine Zukunft für Nazis!
Wir werden uns in Goslar den Neonazis mit ihrer menschenfeindlichen Ideologie entgegenstellen und verhindern, dass sie am 2. Juni marschieren werden. Denn wir haben die Chance, einen der letzten bundesweit relevanten Neonaziaufmärsche auf den Trümmerhaufen der Geschichte zu verfrachten. Wir werden das große Netzwerktreffen der rassistischen Täter und NS-Verherrlicher zu ihrer größten Misere gestalten. Wir begegnen der Drohkulisse, die von den Teilnehmenden des TddZ gegen Migrant*innen und Geflüchte aufgebaut wird, mit einem klaren Signal: Kein Fußbreit der neonazistischen und faschistischen Ideologie! An diesem Tag wird ein breites gesellschaftliches Bündnis zeigen, was es von dem Vorhaben der Nazis hält. Wir zeigen uns solidarisch mit allen Aktionsformen, die dazu beitragen den TddZ zu verhindern. Es gilt den Neonazis das Leben so schwer wie nur möglich zu machen.

Für eine grenzenlose Solidarität und eine emanzipatorische Gesellschaft!

Fahrt mit uns am 2. Juni nach Goslar und lasst uns gemeinsam den „Tag der deutschen Zukunft“ verhindern!

Karten für den Bus gibt es im Buchladen Le Sabot (Breite Str. 76, Bonn) und per E-Mail an aobn@riseup.net. Der Unkostenbeitrag beträgt 30€, wer sich das nicht leisten kann, zahlt weniger.

Infos zum Tag selber: Bündnis NoTddZ 2018 Goslar

Perspektiven auf den NSU-Komplex

Perspektiven auf den NSU-Komplex

Wir organisieren zusammen mit der Politischen Initative „Never Forget“ die 7-teilige Veranstaltungsreihe „Perspektiven auf den NSU-Komplex“.

Alle Informationen & Termine der Veranstaltungsreihe findet ihr auf der Website: www.perspektivenaufdennsu.de

Folgt der Reihe auch auf Twitter oder liked ihre Facebook-Seite.

Seit November 2011 weiß die Öffentlichkeit, dass Neonazis über ein Jahrzehnt hinweg mindestens zehn Menschen ermordet, mindestens drei Bombenanschläge begangen und vierzehn Raubüberfälle begangen haben. Voraussichtlich Mitte des Jahres wird der Gerichtsprozess gegen Beate Zschäpe und vier Unterstützer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in München zu Ende gehen. In offizieller Darstellung steht damit der gesamte (noch lebende) NSU vor Gericht.

Doch eine wirkliche Aufklärung des NSU-Komplexes steht damit nicht bevor. Tatsächlich sind durch den Prozess und die parlamentarischen Untersuchungsausschüsse wesentlich mehr erschreckende Fragen aufgeworfen, als geklärt worden. So ist zwar die These eines isoliert handelnden Kern-Trios nicht mehr länger haltbar, die Ausmaße des Netzwerks, auf dass der NSU bei seinen Taten zurückgreifen konnte, und die Rolle des Staates und seiner Geheimdienste aber bei weitem nicht ausreichend aufgeklärt worden.

Daher wollen wir das Ende des NSU-Prozesses zum Anlass nehmen, in einer siebenteiligen Veranstaltungsreihe verschiedene Perspektiven auf den NSU-Komplex zu beleuchten um damit notwendige Fragen aufzuwerfen und Versuche zu wagen, diese zu beantworten und gemeinsam zu diskutieren. Dazu haben wir eine Auswahl hochkarätiger Referent*innen eingeladen die uns helfen sollen, den NSU als gesamten Komplex umfassend zu betrachten und die Gegebenheiten in Gesellschaft und staatlichen Institutionen zu verstehen, die dazu geführt haben, dass der NSU so lange ungehindert agieren konnte. Zum Abschluss der Reihe soll eine Podiumsdiskussion dazu beitragen, notwendige Konsequenzen aus dem NSU-Komplex zu ziehen.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.



Eine Veranstaltungsreihe der Politischen Initiative „Never Forget

Unterstützt durch:

Antifaschistische Organisation Bonn – AO [BN]
Studierendenparalament der Universität Bonn

Rosa Luxemburg Stiftung Nordrhein-Westfalen

Beueler Initiative gegen Fremdenhass

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der Neonazi-Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Afrin verteidigen! Tod dem türkischen Faschismus!

Aufruf zum gemeinsamen antifaschistischen Block auf der
Großdemonstration für Afrin
Samstag | 27. Januar | Ebertplatz, Köln

Unser Treffpunkt: 10:30 Uhr vor der Sparkasse Ecke Sudermannstraße/Ebertplatz

Am 20. Januar begann die türkische Armee gemeinsam mit islamistischen Verbänden der so genannten „Freien Syrischen Armee“ – ausgestattet mit deutschem Kriegsgerät – eine Offensive auf die kurdische Selbstverwaltung in Efrin (Syrien/Rojava). Ziel der Aggression sind nicht nur die Kräfte und Stellungen der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG & YPJ, auch Zivilist*innen sind von dieser betroffen. So wurde beispielsweise auch ein Camp von Geflüchteten, welche in den kurdischen Gebieten Zuflucht gesucht haben, attackiert.

Dieser erneute Versuch, die kurdische Selbstverwaltung mitsamt ihrer revolutionären Errungenschaften – wie etwa Frauenbefreiung oder basisdemokratischer Räte – zu vernichten und durch einen türkisch-islamischen Autoritarismus unter Führung Erdogans zu ersetzen, darf keinen Erfolg haben! Denn diese islamisch-nationalistischen Bestrebungen stellen das türkische Pendant des globalen Rechtsrucks dar und stehen allen Vorstellungen einer befreiten Gesellschaft unvereinbar gegenüber.

Mit dem Sieg über die djihadistische Barbarei des IS bei Kobanê und der Etablierung der Autonomiegebiete, stellt die kurdische Bewegung nicht nur ihre – im Nahen Osten selten anzutreffende – Fortschrittlichkeit unter Beweis, sondern leistet auch einen direkten Beitrag, menschliche Grundrechte zu verwirklichen. Dies sind somit schon erste Schritte in Richtung befreiter Gesellschaft – soweit es das durchweg feindlich gesinnte Umland eben zulässt.

Während die internationale Staatengemeinschaft zusieht, wie diese Errungenschaften zu Grunde gerichtet werden, oder sich – wie im Falle Deutschlands – durch Waffendeals und fehlende deutliche Kritik gleich indirekt beteiligt, gehen wir daher auf die Straße um ein deutliches Zeichen gegen Islamismus, (türkischen) Nationalismus und autoritäre Herrschaft zu setzen.

Wir erklären uns solidarisch mit der kurdischen Revolution und fordern den sofortigen Stopp von Geschäften mit der Türkei sowie den Abzug sämtlicher angreifender Truppen aus Kurdistan!

Solidarität mit der demokratischen Selbstverwaltung in Kurdistan!
Tod dem Faschismus, Nationalismus und Islamismus!
Für das gute Leben für alle!

Am Block beteiligen sich verschiedene linke und antifaschistische Gruppen, teils mit eigenen Aufrufen und Schwerpunktsetzungen. Dies sehen wir als Möglichkeit, gemeinsam aber vielseitig unsere Positionen deutlich auf die Straße zu tragen.

Erfolgreiche Demo gegen rechte Burschenschaft und IB

Mit über 200 Leuten haben wir heute Abend in Bonn Gegen die Vernetzung rechter Strukturen demonstriert!

Konkret richtete sich die Demonstration gegen die rechtsradikale Bonner Burschenschaft der Raczeks und die bundesweit agierende neofaschistische „Identitäre Bewegung“ (IB). Diese beiden Organisationen wollten sich bei einem Vortrag im Burschenschaftshaus in der Südstadt über den Aufbau einer faschistischen Jugendbewegung austauschen.

Auf der Demonstration der Antifaschistischen Organisation Bonn und Bonn Stellt Sich Quer bildeten wir gemeinsam mit der Antifaschistischen Gruppe CGN, dem Antifa AK Köln, dem Anarchistisches Kollektiv Köln, der Linksjugend [’solid] Bonn und der Grünen Jugend Bonn einen lautstarken linksradikalen Block.

Unseren Redebeitrag über die vergangene und aktuelle Notwendigkeit antifaschistischer Politik findet ihr hier.

Danke an alle Menschen, die dabei waren!
Alerta Antifascista!

Die Notwendigkeit antifaschistischer Kämpfe

Wir dokumentieren unseren Redebeitrag von der heutigen Demonstration gegen die Vernetzung rechter Strukturen über die vergangene und aktuelle Notwendigkeit antifaschistischer Politik:

Danke an alle, die hier und heute mit uns gemeinsam gegen den Versuch einer Vernetzung zwischen der extrem rechten Burschenschaft der Raczeks und der neurechten Identitären Bewegung demonstrieren.

Auch demonstrieren wir heute gegen die autoritäre Formierung – das internationale Wiedererwachen der Idee einer homogenen Nation, die Idee einer überlegenden Kultur oder Rasse.

Konkret demonstrieren wir gegen den Faschismus des 21. Jahrhunderts – in all seinen Formen und ideologischen Erscheinungen. Ob es sich nun um den Faschismus der White Supremacy in den USA handelt, um den religiösen Faschismus des IS oder den Faschismus anderer Islamisten, sie alle – auch die Identitären – teilen den Gedanken eines traditionell, kulturell oder religiös bestimmten Kollektivs, dass durch schadhafte äußere Kräfte bedroht sei.

Für die einen liegt diese Schadhaftigkeit in der herbei halluzinierten Gefahr für die eigene ethnische Identität – also Rasse – für die anderen in der Gefahr für die religiöse Moral. Verortet wird diese Kraft in Ideen und Handlungen, die uns allen ein hohes Maß an persönlicher Freiheit und Lebenslust garantieren und ihre Idee eines reinen und autoritären Kollektiv angreifen. Die Ideen einer sozialen Gesellschaft, die anders sein garantiert, sexuelle Freiheiten zu lässt und in der Kritik des Bestehenden keine Nestbeschmutzung mehr darstellt.

Die Faschisten des 21. Jahrhunderts sind gegen diese Gesellschaft, also sind wir gegen sie, wenn wir uns als Freunde einer solchen Gesellschaft verstehen.

Diese Gesellschaft von der wir sprechen ist noch nicht da, aber in der vorhandene bürgerlichen Gesellschaft gibt es bereits Freiheiten und Rechte, die uns ein Maß an Glück und Freizügigkeit zu gestehen, diese müssen verteidigt und allen zugänglich gemacht werden.

Verteidigt werden müssen diese Ideen und Freiheiten nicht nur gegen Faschisten der Identitären Bewegung oder geistig dem IS nahestehenden Islamisten, sondern auch gegen Akteur*innen der autoritären Formierung, welche sich selbst noch als Teil der sogenannten Mitte der Gesellschaft verstehen. Weiterlesen

13.12: Gegen die Vernetzung rechter Strukturen

Wir stellen uns quer! Gemeinsam gegen die Vernetzung rechter Strukturen!

Am 13.12 findet im Haus der Bonner Burschenschaft der Raczeks eine besorgniserregende Veranstaltung statt:

Ein Vortrag zum „Aufbau einer Jugendbewegung“, Referent ist Andreas Karsten von Kontra Kultur Halle, dem Hausprojekt der Identitären Bewegung (IB) in Halle (Saale).

Die ultrarechte Burschenschaft der Raczeks ist bekannt durch Forderungen wie beispielsweise nach dem Verbot der Aufnahme von Studenten in die Deutsche Burschenschaft, die „nicht dem deutschen Stamm“ angehören („Ariernachweis“). Außerdem sind diverse Mitglieder in rechter parlamentarischer sowie außerparlamentarischer Politik der Gegenwart und Vergangenheit in Erscheinung getreten – von AfD-Landesvorsitzenden bis zu Mitgliedern des rechtsterroristischen AB Mittelrhein und der 1995 verbotenen FAP. Die Identitäre Bewegung ist ein zwar personell noch kleiner, aber wirkmächtiger Teil der außerparlamentarischen Neuen Rechten und ist gerade dabei, sich in der BRD als Institution des hippen rechten „Befreiungskampfs“ zu etablieren.

Das Treffen am 13.12 hat dabei für beide Seiten strategisches Potenial:

Die IB braucht neue Standbeine und Unterstützer in der BRD, die Raczeks suchen Wege zu noch mehr politischem Einfluss.

Wir aber werden ein solches Treffen nicht stillschweigend hinnehmen oder tatenlos zusehen, wie sich rechte Kader vernetzen und ihre Strukturen ausbauen, um ihre Ideologie in die Gesellschaft und auf die Straße zu tragen.

Daher rufen wir euch auf, am 13.12. um 18.30 Uhr zum Hofgarten vor der Uni Bonn zu kommen, um gemeinsam ein entschiedenes Zeichen gegen Rassist*innen zu setzen!

NRW goes Hannover

Am 2.12. aus NRW nach Hannover – Den AfD-Bundesparteitag verhindern!

Verschiedene Bündnisse rufen dazu auf, den Protest gegen den Bundesparteitag am Wochenende in Hannover auf die Straße zu tragen. Wir unterstützen dies und rufen dazu auf, sich an den verschiedenen Protesten in Hannover zu beteiligen.

Aus Köln gibt es dazu zwei Anreisemöglichkeiten, welche wir euch hier nachfolgend darstellen:

Busse aus Köln von NIKA NRW zu den Aktionen von Nationalismus ist keine Alternative:
https://www.facebook.com/nika.nrw/posts/286363628435055

Aufruf dazu: Wer schweigt stimmt zu!

Infoveranstaltung & Kartenverkauf: 29. 11 | 19:00 Uhr | AZ Köln (FB Link)


Busse aus Köln von Köln gegen Rechts zu den Blockaden der Interventionistische Linken:
https://www.facebook.com/Koeln.gegen.Rechts/photos/a.1556874144530295.1073741828.1546588135558896/1943290295888676/

Infoveranstaltung & Kartenverkauf: 28.11 | 19:00 Uhr | Alte Feuerwache (FB Link)

Opfermythos Remagen zerstören!

Treffpunkt in Bonn: 9:40 Uhr \\ Gleis 1 \\ Bonn HBF

Am 18. November wollen sich – zum neunten Mal in Folge – Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik in Remagen versammeln, um ihre besonders deutsche Variante der Geschichtsverklärung auf die Straße zu tragen. Das Bündnis „NS-Verherrlichung Stoppen!“ ruft dazu auf, nach Remagen zu kommen und den Faschist*innen einen kreativen und vielfältigen Protest entgegenzusetzen.

Tanzdemo: Opfermythos Remagen zerstören!

Wie jedes Jahr soll anhand der „Rheinwiesenlager“ der deutsche Opfermythos am Leben erhalten werden, während man Nationalsozialismus, Shoah und andere Verbrechen der Deutschen ausklammert, glorifiziert oder leugnet. Ähnlich wie bei der Bombardierung Dresdens wird von einem „Alliierten Kriegsverbrechen“ gesprochen und dabei die Schuld Deutschlands an Krieg und Holocaust relativiert.
Bis heute ist der Aufmarsch in Remagen ein wichtiges Datum für die Speerspitze der Neonaziszene in Deutschland: Alle zentralen Figuren des Aufmarsches sind seit Jahren militant aktiv und in rechtsterroristischen Kreisen bestens vernetzt. Gerade nach dem Scheitern des Prozess gegen die Organisatoren des 2012 verbotenen „Aktionsbüro (AB) Mittelrhein“, ist diese Szene wieder gestärkt. Gleichzeitig bemüht sich die AfD, die Wehrmacht von ihren Verbrechen freizusprechen, die Soldaten NS-Deutschlands zu Helden zu stilisieren und einen Wechsel in der „dämlichen Bewältigungspolitik“ einzufordern, womit sie die geschichtsrevisionistische Position der aufmarschierenden Nazis wieder mehrheitsfähig macht.

Aber während die Faschist*innen um ihre vermeintlichen Opfer trauern, feiern wir dieses Jahr – in einer etwas anderen Form – das mit der Besatzung der Rheinwiesen verbundene Ende ihres Vernichtungsfeldzugs und machen ihren Trauermarsch somit zur Farce.

Denn gerade jetzt, wo den deutsch-autoritären Sehnsüchten wieder nachgekommen wird und der rechte Rand die Parlamente zurückerobert, ist es umso notwendiger zu zeigen, dass dem geschichtsverklärenden Gedankengut keine Bühne geboten werden darf!

Kommt am 18. November mit uns in Remagen auf die Straße, um den Neonazis ihre Grenzen aufzuzeigen!

Klare Kante gegen Rassismus und Rechtspopulismus – Auch in den eigenen Reihen!

Wir unterstützten die Erklärung gegen nationalistische und rassistische Tendenzen innerhalb der Linkspartei:

„Liebe Abgeordnete der LINKEN,

wir haben in den letzten Jahren bei verschiedensten Projekten, in zahlreichen Kampagnen und in vielen Mobilisierungen mit VerteterInnen der LINKEN zusammengearbeitet. Sei es gegen die AfD und andere Nazis, sei es gegen Atomkraft, Kohle und andere Klimakiller, gegen die Krisen- und Griechenlandpolitik, TTIP oder die G20, für Feminismus und gegen das Patriarchat, gegen Rüstungsexporte, tödliche Außengrenzen und Asylrechtsverschärfungen, gegen explodierende Mieten und für solidarische Städte. Das ging und geht selten ohne Reibung.

Aber die wiederholten Äußerungen der bisherigen Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Bundestag, Sahra Wagenknecht, stellen den antirassistischen Grundkonsens einer pluralen Linken in Frage. Sie sind für uns längst mehr als ein Ärgernis. Denn wenn sich Nationalismus und die faktische Ablehnung der Gleichheit aller Menschen ausgerechnet in den Äußerungen derjenigen wiederfinden, die eine linke Partei repräsentieren, dann schwächt das die gesellschaftliche Linke insgesamt. Mehr noch: Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die für Solidarität und gegen rechte Hetze auf die Straße gehen.

Die Linkspartei erlebt aktuell einen Zuwachs an Mitglieder – trotz und gerade wegen der Formierung eines rechten Blocks. Auch wir auf der Straße und in den Initiativen werden mehr und halten daran fest, jetzt den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern vielmehr unsere Bemühungen zu verstärken. Die Aufgaben sind groß, aber das Engagement vieler Menschen in sozialen Bewegungen ist es auch. Die Frage ist für uns nur: Ist die LINKE als eine linke Kraft dabei?

Wir sehen es eigentlich nicht als unsere Aufgabe, Auseinandersetzungen innerhalb von Parteien zu kommentieren – Partei und Bewegung sind unterschiedliche Handlungsfelder und bleiben es. Auch soziale Bewegungen und Initiativen sind selten einer Meinung, aber in einem sind wir uns einig: Wir wollen eine LINKE, die – jetzt erst Recht – antirassistisch agiert und sich dabei offensiv an die Seite all derjenigen stellt, die unter der neoliberalen Entrechtung leiden. Und dazu gehören selbstverständlich alle, egal woher sie kommen und egal wie lange sie schon hier leben.

Wir rufen euch daher auf, endlich Klarheit zu schaffen und gerade jetzt deutlich zu machen: Die LINKE zeigt klare Kante gegen Rassismus und Rechtspopulismus, in der Gesellschaft – und in den eigenen Reihen.

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25. Jahrestag Rostock-Lichtenhagen

Eine Woche lang, vom 22. bis zum 26. August 1992, griffen mehrere hundert junge Neonazis aus ganz Deutschland die Flüchtlingsunterkunft und ein von vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen bewohntes Haus im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. Unterstützt wurde der Mob von über tausend „ganz normalen“ Deutschen. Die Polizei griff kaum ein und hinderte Gegendemonstrant*innen bis zum Ort des Geschehens zu kommen. Es handelt sich um das massivste rassistische Pogrom der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Wo ward ihr in Rostock?
schrien Antifas nach dem Pogrom in Rostock 1992 der Polizei entgegen. Selbst der Polizei hatten wir nicht zugetraut, dass sie tatenlos zusieht, wie ein bürgerlicher und faschistischer Mob ein Haus mit vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen anzündet. Die Erlebnisse rund um Rostock haben uns geprägt, wir wollten nicht Zuschauer*innen bei der rassistischen Hatz auf Flüchtlinge sein.

Deswegen sind unsere Erinnerungen subjektiv und emotional. Schließlich konnten und können wir diese Zeit nicht vergessen – sie hat uns geprägt und ist auch heute noch immer wieder Ansporn unserer Arbeit und Motivation, andere antifaschistische Gruppen in ihrer notwendigen Arbeit aktiv zu unterstützen.

Seit 1990 sind ca. 180 Menschen aufgrund rassistischer oder antisemitischer Gewalt getötet worden. Neben diesen offensichtlichen Barbereien von (Neo)Nazis, war aber auch die unerträgliche politische Situation ein Grund, uns zu wehren. Der aufkeimende Nationalismus der 90er Jahre und das „wir sind wieder wer“ Gehabe mit Reichskriegsflaggen auf öffentlichen Plätzen und in Stadien, zeigte die Stimmung der Bevölkerung. Die bürgerlichen Medien übernahmen Symboliken und Inhalte von rechtsaußen Parteien und in der Jugendzeitung Bravo gab es einen Reichskriegsflaggenaufkleber… Der Faschismus war in der Mitte der Gesellschaft angekommen und das hielten wir nicht aus. Wir mussten etwas tun.

Wir waren nicht vorbereitet auf diese Situation, aber es fanden sich auch Andere, die mitmachen und dem Unerträglichen eine Ende setzen wollten. Es waren sehr unterschiedliche Menschen, die wir kennengelernt haben, die Flüchtlingen geholfen haben, Nachtwachen in Flüchtlingsheimen übernommen haben oder einfach mal Zivilcourage gezeigt haben, weil sie es nicht mehr aushielten – Christen, Ausländerkids, aber auch der ein oder andere Spießbürger, der sich diesen nazistischen Wahnsinn nicht gefallen lassen wollte. Aber insbesondere auch die Flüchtlinge wehrten sich gegen die Angriffe. Dies waren die beindruckenden Momente in der antifaschistischen Selbsthilfe. Aus ihren Ländern vor politischer Verfolgung geflohen, wehrten sie sich massiv gegen den braunen Mob.

Diese Gesellschaft hat viel verdrängt und eine Aufarbeitung hat es nie gegeben. Die Brandstifter*innen von damals sind zum Teil immer noch in rechten Organisationen aktiv. Die geistigen Brandstifter*innen aus Politik und Wirtschaft sitzen in hohen Ämtern, werden geehrt und gefeiert, als hätte es das Alles niemals gegeben.

Dies ist eine Motivation, unsere Erlebnisse, unser Wissen und unsere Gefühle weiterzugeben. Schmerzlich haben wir gemerkt, wie diese Zeit uns geprägt hat. Und genauso hat diese Zeit alle von uns geprägt, die diese Geschehnisse nicht selber mitbekommen, sondern nur vielfach davon berichtet bekommen haben. Für uns wird es Zeit, Verantwortung zu übernehmen.

Remembering means fighting.
Erinnern heißt, den Kampf fortzuführen.

Antifa Bonn/Rhein-Sieg, August 2017
organisiert in der Antifaschistischen Organisation Bonn – AO [BN]