Opfermythos Remagen zerstören!

Treffpunkt in Bonn: 9:40 Uhr \\ Gleis 1 \\ Bonn HBF

Am 18. November wollen sich – zum neunten Mal in Folge – Neonazis aus der gesamten Bundesrepublik in Remagen versammeln, um ihre besonders deutsche Variante der Geschichtsverklärung auf die Straße zu tragen. Das Bündnis „NS-Verherrlichung Stoppen!“ ruft dazu auf, nach Remagen zu kommen und den Faschist*innen einen kreativen und vielfältigen Protest entgegenzusetzen.

Tanzdemo: Opfermythos Remagen zerstören!

Wie jedes Jahr soll anhand der „Rheinwiesenlager“ der deutsche Opfermythos am Leben erhalten werden, während man Nationalsozialismus, Shoah und andere Verbrechen der Deutschen ausklammert, glorifiziert oder leugnet. Ähnlich wie bei der Bombardierung Dresdens wird von einem „Alliierten Kriegsverbrechen“ gesprochen und dabei die Schuld Deutschlands an Krieg und Holocaust relativiert.
Bis heute ist der Aufmarsch in Remagen ein wichtiges Datum für die Speerspitze der Neonaziszene in Deutschland: Alle zentralen Figuren des Aufmarsches sind seit Jahren militant aktiv und in rechtsterroristischen Kreisen bestens vernetzt. Gerade nach dem Scheitern des Prozess gegen die Organisatoren des 2012 verbotenen „Aktionsbüro (AB) Mittelrhein“, ist diese Szene wieder gestärkt. Gleichzeitig bemüht sich die AfD, die Wehrmacht von ihren Verbrechen freizusprechen, die Soldaten NS-Deutschlands zu Helden zu stilisieren und einen Wechsel in der „dämlichen Bewältigungspolitik“ einzufordern, womit sie die geschichtsrevisionistische Position der aufmarschierenden Nazis wieder mehrheitsfähig macht.

Aber während die Faschist*innen um ihre vermeintlichen Opfer trauern, feiern wir dieses Jahr – in einer etwas anderen Form – das mit der Besatzung der Rheinwiesen verbundene Ende ihres Vernichtungsfeldzugs und machen ihren Trauermarsch somit zur Farce.

Denn gerade jetzt, wo den deutsch-autoritären Sehnsüchten wieder nachgekommen wird und der rechte Rand die Parlamente zurückerobert, ist es umso notwendiger zu zeigen, dass dem geschichtsverklärenden Gedankengut keine Bühne geboten werden darf!

Kommt am 18. November mit uns in Remagen auf die Straße, um den Neonazis ihre Grenzen aufzuzeigen!

AIKB: Soziale Netzwerke, Bewegungen und Populismus.

Die Digitalisierung nahezu aller Lebensbereiche bringt uns nicht nur überall und jederzeit verfügbare Katzenvideos – Neben allerlei
Annehmlichkeiten, die sie uns bringt, verändert sie Gesellschaften, deren Vernetzungen, die Kommunikation unter Individuuen und die Zurichtung dieser Individuen durch die Gesellschaft.

Dass soziale Medien eine nicht zu verachtende Rolle im politischen Geschehen eingenommen haben, ist nicht mehr zu übersehen. Als Beispiele seien an dieser Stelle Propagandaaktionen der Alt-Right-Bewegung in Nordamerika bzw. der „Neuen Rechten“ und der Identiären Bewegung in Europa sowie gezielte Manipulation des Daten- und Informationsflusses als Teil rechter Wahlkampfbestrebungen, genannt.

Wie werden also soziale Medien durch verschiedene Akteur*innen genutzt?
Was bedeutet das für verschiedene politische Akteur*innen?
Welche Möglichkeiten und Gefahren bieten die Entwicklungen für eine radikale Linke?

Diese Fragen möchten wir mit euch bei der nächsten Antifa-info-Kneipe in Bonn diskutieren. Wir treffen uns am Samstag, den 4 November um 19:00 Uhr im Buchladen Le Sabot (Breite Str. 76, 53111 Bonn) und beginnen mit einem Vortrag von Max Schnetker* zu Sozialen Netzwerken und Populismus, um dann anschließend in die Diskussion einzusteigen.

*Max Schnetker beschäftigt sich u.a. mit den Auswirkungen der
Digitalisierung auf Gesellschaft und ist Teil der Redaktion Tsveyfl –
Dissensorientierte Zeitschrift. Dort veröffentlichte er zuletzt auch
einen Artikel zum Thema Herrschaft & soziale Medien (Herrschaft in Zeiten sozialer Medien)

Klare Kante gegen Rassismus und Rechtspopulismus – Auch in den eigenen Reihen!

Wir unterstützten die Erklärung gegen nationalistische und rassistische Tendenzen innerhalb der Linkspartei:

„Liebe Abgeordnete der LINKEN,

wir haben in den letzten Jahren bei verschiedensten Projekten, in zahlreichen Kampagnen und in vielen Mobilisierungen mit VerteterInnen der LINKEN zusammengearbeitet. Sei es gegen die AfD und andere Nazis, sei es gegen Atomkraft, Kohle und andere Klimakiller, gegen die Krisen- und Griechenlandpolitik, TTIP oder die G20, für Feminismus und gegen das Patriarchat, gegen Rüstungsexporte, tödliche Außengrenzen und Asylrechtsverschärfungen, gegen explodierende Mieten und für solidarische Städte. Das ging und geht selten ohne Reibung.

Aber die wiederholten Äußerungen der bisherigen Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Bundestag, Sahra Wagenknecht, stellen den antirassistischen Grundkonsens einer pluralen Linken in Frage. Sie sind für uns längst mehr als ein Ärgernis. Denn wenn sich Nationalismus und die faktische Ablehnung der Gleichheit aller Menschen ausgerechnet in den Äußerungen derjenigen wiederfinden, die eine linke Partei repräsentieren, dann schwächt das die gesellschaftliche Linke insgesamt. Mehr noch: Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die für Solidarität und gegen rechte Hetze auf die Straße gehen.

Die Linkspartei erlebt aktuell einen Zuwachs an Mitglieder – trotz und gerade wegen der Formierung eines rechten Blocks. Auch wir auf der Straße und in den Initiativen werden mehr und halten daran fest, jetzt den Kopf nicht in den Sand zu stecken, sondern vielmehr unsere Bemühungen zu verstärken. Die Aufgaben sind groß, aber das Engagement vieler Menschen in sozialen Bewegungen ist es auch. Die Frage ist für uns nur: Ist die LINKE als eine linke Kraft dabei?

Wir sehen es eigentlich nicht als unsere Aufgabe, Auseinandersetzungen innerhalb von Parteien zu kommentieren – Partei und Bewegung sind unterschiedliche Handlungsfelder und bleiben es. Auch soziale Bewegungen und Initiativen sind selten einer Meinung, aber in einem sind wir uns einig: Wir wollen eine LINKE, die – jetzt erst Recht – antirassistisch agiert und sich dabei offensiv an die Seite all derjenigen stellt, die unter der neoliberalen Entrechtung leiden. Und dazu gehören selbstverständlich alle, egal woher sie kommen und egal wie lange sie schon hier leben.

Wir rufen euch daher auf, endlich Klarheit zu schaffen und gerade jetzt deutlich zu machen: Die LINKE zeigt klare Kante gegen Rassismus und Rechtspopulismus, in der Gesellschaft – und in den eigenen Reihen.

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25. Jahrestag Rostock-Lichtenhagen

Eine Woche lang, vom 22. bis zum 26. August 1992, griffen mehrere hundert junge Neonazis aus ganz Deutschland die Flüchtlingsunterkunft und ein von vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen bewohntes Haus im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen an. Unterstützt wurde der Mob von über tausend „ganz normalen“ Deutschen. Die Polizei griff kaum ein und hinderte Gegendemonstrant*innen bis zum Ort des Geschehens zu kommen. Es handelt sich um das massivste rassistische Pogrom der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Wo ward ihr in Rostock?
schrien Antifas nach dem Pogrom in Rostock 1992 der Polizei entgegen. Selbst der Polizei hatten wir nicht zugetraut, dass sie tatenlos zusieht, wie ein bürgerlicher und faschistischer Mob ein Haus mit vietnamesischen Vertragsarbeiter*innen anzündet. Die Erlebnisse rund um Rostock haben uns geprägt, wir wollten nicht Zuschauer*innen bei der rassistischen Hatz auf Flüchtlinge sein.

Deswegen sind unsere Erinnerungen subjektiv und emotional. Schließlich konnten und können wir diese Zeit nicht vergessen – sie hat uns geprägt und ist auch heute noch immer wieder Ansporn unserer Arbeit und Motivation, andere antifaschistische Gruppen in ihrer notwendigen Arbeit aktiv zu unterstützen.

Seit 1990 sind ca. 180 Menschen aufgrund rassistischer oder antisemitischer Gewalt getötet worden. Neben diesen offensichtlichen Barbereien von (Neo)Nazis, war aber auch die unerträgliche politische Situation ein Grund, uns zu wehren. Der aufkeimende Nationalismus der 90er Jahre und das „wir sind wieder wer“ Gehabe mit Reichskriegsflaggen auf öffentlichen Plätzen und in Stadien, zeigte die Stimmung der Bevölkerung. Die bürgerlichen Medien übernahmen Symboliken und Inhalte von rechtsaußen Parteien und in der Jugendzeitung Bravo gab es einen Reichskriegsflaggenaufkleber… Der Faschismus war in der Mitte der Gesellschaft angekommen und das hielten wir nicht aus. Wir mussten etwas tun.

Wir waren nicht vorbereitet auf diese Situation, aber es fanden sich auch Andere, die mitmachen und dem Unerträglichen eine Ende setzen wollten. Es waren sehr unterschiedliche Menschen, die wir kennengelernt haben, die Flüchtlingen geholfen haben, Nachtwachen in Flüchtlingsheimen übernommen haben oder einfach mal Zivilcourage gezeigt haben, weil sie es nicht mehr aushielten – Christen, Ausländerkids, aber auch der ein oder andere Spießbürger, der sich diesen nazistischen Wahnsinn nicht gefallen lassen wollte. Aber insbesondere auch die Flüchtlinge wehrten sich gegen die Angriffe. Dies waren die beindruckenden Momente in der antifaschistischen Selbsthilfe. Aus ihren Ländern vor politischer Verfolgung geflohen, wehrten sie sich massiv gegen den braunen Mob.

Diese Gesellschaft hat viel verdrängt und eine Aufarbeitung hat es nie gegeben. Die Brandstifter*innen von damals sind zum Teil immer noch in rechten Organisationen aktiv. Die geistigen Brandstifter*innen aus Politik und Wirtschaft sitzen in hohen Ämtern, werden geehrt und gefeiert, als hätte es das Alles niemals gegeben.

Dies ist eine Motivation, unsere Erlebnisse, unser Wissen und unsere Gefühle weiterzugeben. Schmerzlich haben wir gemerkt, wie diese Zeit uns geprägt hat. Und genauso hat diese Zeit alle von uns geprägt, die diese Geschehnisse nicht selber mitbekommen, sondern nur vielfach davon berichtet bekommen haben. Für uns wird es Zeit, Verantwortung zu übernehmen.

Remembering means fighting.
Erinnern heißt, den Kampf fortzuführen.

Antifa Bonn/Rhein-Sieg, August 2017
organisiert in der Antifaschistischen Organisation Bonn – AO [BN]

23.08.2017: NWDO-Verbot selber machen!

Am 23. August 2012 wurde die Dortmunder Nazi-Kameradschaft Nationaler Widerstand Dortmund (NWDO) durch das NRW-Innenministerium verboten. Nach dem Verbot haben die Nazis sich schnell als Ortsverband der Partei Die Rechte neu organisiert. Fünf Jahre nach dem NWDO-Verbot sind Dortmunder Nazis weiterhin für alles aktiv, was einer vernünftig eingerichteten Gesellschaft, wie wir sie uns wünschen, im Wege steht: rassistische Hetze gegen Migrant*innen, Antisemitismus, eine nationalistische Wendung der sozialen Frage, Sexismus und Mackertum, homo- und transfeindliche Kackscheiße, Geschichtsrevisionismus, etc. Fünf Jahre nach dem NWDO-Verbot gehen Dortmunder Nazis weiterhin auch mit Gewalt gegen alle vor, die nicht in ihr Weltbild passen und/oder gegen sie aktiv werden.
Verbote rechter Organisationen reichen nicht aus. Eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit rechten Positionen und Strukturen ist erforderlich. Dabei geht es nicht nur um organisierte Neonazis, sondern auch um den Rechtsruck in der Gesellschaft. Wir nutzen den Jahrestag des NWDO-Verbots, um auf das weiterhin bestehende Naziproblem in Dortmund aufmerksam zu machen und den Nazis auf der Straße entgegen zu treten. Antifaschismus ist keine Aufgabe nur für Innenminister*innen, sondern immer noch Handarbeit: NWDO-Verbot selber machen!
Treffpunkt:
23. August 2017, 18.30 Uhr, Kampstraße/Ecke Katharinenstraße, Dortmund

Mobifoto

Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!

Aufgrund der massiven Polizeigewalt und Einschränkungen der Versammlungsfreiheit beim G20-Gipfel in Hamburg wurden, von uns und anderen Personen und Gruppen, heute in der Bonner Innenstadt Flyer verteilt um auf die unzumutbaren Zustände aufmerksam zu machen. Folgend ist der Flyertext angehängt:


Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!

In der vergangenen Woche begannen die Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg. Annähernd jeder Versuch des Protests wurde und wird von der Polizei massiv angegriffen.
Sei es, dass sie das angemeldete und gerichtlich genehmigte Protestcamp im Aufbau behinderte und dessen TeilnehmerInnen schikanierte. Sei es, dass sie HamburgerInnen, die friedlich und ausgelassen zusammen kamen, mit Wasserwerfern und Knüppeln auseinander trieb.
Sei es, dass sie die antikapitalistische Großdemonstration von Beginn an blockierte und ohne (vernünftigen) Grund angriff, wobei sie schwere Verletzungen von TeilnehmerInnen und einer Vielzahl von BeobachterInnen und JournalistInnen nicht nur in Kauf nahm, sondern bewusst herbeiführte.

Nun ist es aber so, dass eine Gesellschaft, die für sich beansprucht, eine freiheitliche zu sein, von Vielfalt und Teilhabe an der Öffentlichkeit lebt. Sie muss Protest vertragen und an ihm wachsen können.

Ein Staat wiederum, der sich dieser Gesellschaft verpflichtet hat und sich wissentlich und stolz von den Unterdrückern und Tyrannen dieser Welt abzugrenzen sucht, muss Grundrechte sichern und gewähren. Dazu gehört ein Recht auf freie Meinungsäußerung, darauf unbequem zu sein und zu protestieren. Ein Recht auf körperliche Unversehrtheit für jene, die sich gegen Ungerechtigkeit stellen ebenso, wie für die, die ein kritisches Auge aufs Geschehen richten.

Es darf nicht geschehen, dass Menschen in ihrer Freiheit beschnitten werden, weil durch ihr bloßes Dasein die Gefahr besteht, dass sie von ihren Grundrechten Gebrauch machen.
Es darf nicht geschehen, dass diejenigen, die Kritik äußern, sich mit KritikerInnen solidarisieren, oder nur dessen verdächtigt werden, unter Generalverdacht gestellt werden.
Sie werden zu FeindInnen, gegen die alle zur Verfügung stehenden Mittel, jede Gewalt, eingesetzt werden dürfen und denen jegliche menschliche Behandlung versagt wird.
Es darf nicht geschehen, dass die Exekutive dieses Staates Gewalt ausübt und sich außerhalb genau des Rechtsstaates bewegt, dessen Vertreterin sie doch sein sollte, um die Wirklichkeit zu bekämpfen und den Versuch zu unternehmen, sie mit aller Brutalität zu ihrem Vorteil zu verändern.
Wo also ein Staat und seine Handlanger auf diese Weise agieren, treten sie die Freiheit mit Füßen!

Damit muss Schluss sein!
Die Freiheit der Kritik und die Unversehrtheit des Einzelnen muss erkämpft und bewahrt werden – von jedem und jeder!

Für Solidarität mit den Opfern von Polizeigewalt – ob in Hamburg, oder dem Rest der Welt!

Antifaschistische Organisation Bonn – AO [BN]

7. Juli 2017

Melanie Dittmer und die Identitäre Aktion in Eitorf & Umland

Aufgrund der vermehrten Aktivitäten der Identitären Aktion (eine rechtsradikale Gruppierung) um die deutschlandweit bekannte Neonazi-Aktivistin Melanie Dittmer innerhalb der letzten zwei Jahre in Eitorf und der direkten Umgebung, sehen wir dringenden Handlungsbedarf,um die Etablierung einer rechtsradikalen Gruppe in Eitorf zu verhindern.
Aufgrund dessen, wurde ein Artikel über die Aktivitäten der Identitären und Melanie Dittmer verfasst.
Wir hoffen durch das verbreiten der enthaltenen Informationen möglichst viele Akteur*innen in Eitorf dazu zu bewegen, sich aktiv gegen die Entwicklungen in Eitorf zu stellen. Weitere Informationen dazu im angehängten Text.

Melanie Dittmer und die Identitäre Aktion in Eitorf & Umland

Antifa-Info-Kneipe: „Atomare Rüstung im Kalten Krieg und Heute“

Antifa Info Kneipe im Juli: Ausflug zum Friedensweg in Alfter mit Spaziergang, Vortrag, Picknick und Infos zu den G20-Protesten in Hamburg

Wir treffen uns am Samstag, den 1. Juli 2017 um 17 Uhr an der U-Bahnstation Hauptbahnhof Gleis 3 Richtung Köln und fahren zum Friedensweg nach Alfter. Nach einem Spaziergang (ca. 2 Stunden) mit kleineren Vorträgen zum Thema gibt es ein Picknick mit Getränken und Snacks. Hier werden noch Informationen zu den G20 Protesten eine Woche später ausgetauscht. Ende offen! Bringt festes Schuhwerk und Wasser mit.

Im Jahr 1978 schuf Wilhelm Maucher den Friedensweg in Alfter. Er selbst bezeichnete sich als den rebellischen Geist vom Vorgebirge. In den letzten Kriegsjahren musste er sich vor dem NS Regime verstecken. Er legte sich mehrfach mit der Amtskirche an und verließ in den 50er Jahren die CDU, weil er die Wiederbewaffnung West-Deutschlands nicht mit seiner pazifistischen Einstellung vereinbaren konnte. Der Friedensweg richtet sich gegen die Aufrüstung mit Atomwaffen und setzt sich für einen friedlichen, demokratischen gesellschaftlichen Weg ein. Er hat nicht an Aktualität verloren, denn eine atomare Abrüstung hat nie stattgefunden und immer mehr Staaten investieren in aktuelle Atomtechnologie. Auch wenn Deutschland keine eigenen Atomwaffen besitzt, spielt für Deutschland die Modernisierung der taktischen Atomwaffen eine große Rolle, schließlich sollen diese im Kriegsfall unter anderem mit dem Kampfjet Tornado abgeworfen werden.

Gemeinsam gegen die „Vaterlandsverräter“: Türkische NationalistInnen von AKP bis MHP

Vortrag & Diskussion mit Ismail Küpeli, Politikwissenschaftler und Historiker über die Verbindungslinien und Widersrpüche des türkischen Nationalismus

Sonntag, 21. Mai | 17:00 Uhr | Deutsch-Kurdisches Kulturhaus e.V, Bornheimerstr. 88, 53111 Bonn

Gemeinsam gegen die „Vaterlandsverräter“: Türkische NationalistInnen von
AKP bis MHP

Seit Gründung der Türkischen Republik konnten die Herrschenden darauf setzen mit der Hetze gegen vermeintliche „Vaterlandsverräter“ und „Separatisten“ den hegemonialen rechten Block in der türkischen Bevölkerung hinter sich zu sammeln. Dies ist eine Konstante der türkischen Geschichte und nicht etwas, worauf nur Erdogan und die AKP zurückgegriffen hätten. Aber auch die aktuellen Entwicklungen in der Türkei seit 2015 (Krieg gegen die kurdische Bevölkerung und die Etablierung des autokratischen Präsidialsystems) lassen sich ohne die Wirkmächtigkeit des türkischen Nationalismus nicht erklären.

  • Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Zwischen Parlamentarismus & Terrorismus – Die Rechte in Europa“ statt.
  • Organisiert von der Antifaschistischen Organisation Bonn – AO [BN] und der Kulturgruppe Erinnern und Gedenken
  • Unterstützt durch das Kulturreferat des AStA der Uni Bonn

Kein Platz für die AFD in Köln!

Rauchsäulen überschatten Köln, marodierende Banden ziehen durch die Stadt und ein niedergebranntes Maritim schmückt den Heumarkt, so hatte sich die Polizei den AfD-Bundesparteitag am 22.4 in Köln vorgestellt. Auch die Presse übernahm diese Panikmache vorbehaltlos. Anstatt sich mit den Positionen des Bündnisses „Solidarität statt Hetze“ auseinanderzusetzen, wurden einige Postings mit Gewaltaufrufen dazu genutzt die Blockaden und die Demonstration im Vorfeld zu diskreditieren. Statt marodierender Banden gab es mehrere friedliche aber entschlossene Blockaden mit etwa 3000 (NIKA) und eine Demonstration mit etwa 20000 (NIKA) Teilnehmer_innen, bestehend mehrheitlich aus organisierten Antifaschist_innen, sowie Parteien und bürgerlichen Initiativen.

Schon am frühen Morgen begaben sich Antifaschist_innen zu ihren Blockadepunkten. Dort wurden AfD‘ler_innen aufgehalten, indem ihnen unter anderem mit Sitzblockaden der Zugang zum Parteitag versperrt wurde. Dies hielt jedoch meist nicht lange an, da die Polizei den Weg frei knüppelte.
Während dieser Aktionen kam es immer wieder zu unverhältnismäßigen und unnötigen Provokationen durch Polizeikräfte, wie beispielsweise mit Polizeipferden in Menschenmengen hinein zu reiten, dem Versuch, Demonstrant_innen Transparente zu entreißen, oder einzelne Personen ohne ersichtlichen Anlass zu kontrollieren. Trotzdem ging von den Demonstrant_innen keine Gewalt aus und es gelang die Blockadepunkte solange wie geplant zu halten.
Anschließend wurden diese aufgeräumt und aufgegeben und man bewegte sich geschlossen zur Demonstration von „Solidarität statt Hetze“. Die Demonstration verlief friedlich und bis auf kleinere Unterbrechungen reibungslos.

Von Seiten vieler Medien wurde dies jedoch anders dargestellt. Es gab Berichte über zerbrochene Scheiben, brennende Autos und Hetzjagden auf AfD‘ler_innen. In dieser Stimmung wurde aus einem Fahnenstab zunächst eine Holzlatte und dann eine Metallstange (taz). Dass es sich im Allgemeinen um eine Übertreibung einzelner Vorfälle handelte, musste sogar der Kölner Stadtanzeiger im Nachhinein feststellen. Schlagzeilen wie „Köln befindet sich ab sofort im Ausnahmezustand“ und Warnungen vor „den Linksextremisten des schwarzen Blocks“ wurden zu „Gastronomen und Händler beklagen „Panikmache““.

Dabei war der Plan von Anfang an friedlich mit Blockaden und Demonstrationen den AfD-Bundesparteitag zum Desaster zu machen, was uns auch in großen Teilen gelungen ist. Es war von vornherein klar, dass ein großer Teil der Delegierten im Maritim Hotel übernachtet und deren Anreise somit nicht verhindert werden kann, die Anreise der restlichen Delegierten konnte jedoch verzögert und teils sogar komplett verhindert werden. An allen Veranstaltungen gegen den AfD-Parteitag beteiligten sich insgesamt 30-40.000 Menschen (NIKA), womit dies die größten Protestaktionen gegen die AfD seit ihrer Gründung waren. Aufgrund dessen ist dieser Tag daher als Erfolg gegen den gesellschaftlichen Rechtsruck und die Politik der AfD zu werten.

Es gilt in Zukunft weiterhin gegen die AfD und Konsorten auf die Straße zu gehen. Der Erfolg in Köln hat bewiesen, dass es möglich ist viele Menschen gegen die AfD auf die Straße zu bringen und auch die Blockaden trugen ihren Teil dazu bei. So hat die AfD eine für den 1. Mai angemeldete Veranstaltung in Düsseldorf mit Verweis auf die Proteste in Köln abgesagt.

Für uns heißt es weiterhin:
Nationalismus und sonstiges rechtes Gedankengut sind keine Alternative!
Protest gegen die AfD und ihren Wahlkampf sind wichtiger denn je!
No Pasaran!