Dezember 2015: Geschmacklosigkeit eines Neonazis

Veöffentlicht von der Antifa Bonn/Rhein-Sieg am 6. Dezember 2015

Der Mordanschlag des Bonner Neonazis Frank S. auf die jetzige Oberbürgermeisterin Henriette Reker (wir berichteten hier und hier) ist noch keine 6 Wochen her, da müssen wir das Thema erneut aufnehmen. Uns mailte ein Mitglied einer extrem rechten Burschenschaft an und schickte uns ein Foto. Darauf zu sehen, der ehemalige Bonner FAP-Führer und jetzige „Alte Herr“ der immer wieder mit Naziskandalen auffälligen „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“, Norber Weidner.
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Auf dem Foto posiert Weidner neben der Wachsfigur eines Massenmörders mit riesigem Messer in der rechten Hand. Mit einem ähnlich großen Messer griff Weidners Kamerad Frank S. Frau Reker mit der Absicht an, sie zu töten und verletzte sie dabei schwer. Diese offensichtliche Anspielung auf das Attentat nutzte Weidner kurz nach dem Anschlag als Profilfoto seines What`s App-Accounts – Statusmeldung „Wie immer gut gelaunt!“ Dem Hinweisgeber, der anonym bleiben will, war dieses eindeutige Statement Weidners nun endgültig zu viel. „Symbolhaft steht der Bundesbruder Norbert Weidner neben dem Mann mit dem Messer. Der alter Bonner FAP-Führer steht also neben seinem Kameraden Frank S.. Dieses Verhalten ist unerträglich!“

Dieser Einschätzung können wir uns anschließen. Die brutale Ideologie der Nazis ist immer extrem menschenverachtend. Auch nach der Selbstenttarnung des Kerntrios des Nazionalsozialistischen Untergrund (NSU) gab es positive Anspielungen auf die Morde und Sprengstoffanschläge, z.B. mit der Figur des Paulchen Panther. Das sogenannte Lebensbundprinzip der Burschenschaften gilt für Weidner wohl auch gegenüber seinen alten Kameraden aus Zeiten des Strassenkampfs in Bonn.